Der Kreuz-Anhänger hat eine tiefe symbolische Bedeutung:
Unser, mein Lebensbaum, wurzelt im Kreuz, aus dem durch Christi Erlösungstat neues Leben entspringt.
Das Samenkorn ist ein Symbol für Mutter Maria Katharina, die aus der Kraft des Kreuzes die Gemeinschaft ins Leben gerufen hat und sich getragen wusste von seiner – Christi – Liebe.
So wächst im Vertrauen auf diese Kraft der Baum als Sinnbild unserer Kongregation und meines persönlichen Lebens.
Die Blätter weisen hinaus in die Welt und stehen stellvertretend für viele Länder unserer Erde, in denen ADJC für Gottes Reich wirken.
Nur in Verbindung mit dem Kreuz Jesu wird dieser Baum weiterleben.
Tod und Auferstehung in der Offenheit, in dem Hindurchsehen, machen Zukunft möglich. Das Kreuz vor der offenen „Tür“.
Zeichen für Durchgang und Neuwerden, Sicheinlassen auf Unbekanntes, vielleicht Dunkles, um daraus wieder ins Licht zu treten.
Gleichzeitig aber ist diese Offenheit Einladung: Ich lasse den Mitmenschen ein und gebe ihm teil an meinem Leben, oder aber ich komme ihm entgegen nach draußen und wirke so Begegnung.
Ursprung, Halt und Stütze aus dem Kreuz, das im Vordergrund steht – so gelingt unser Leben.
(Sr. Roswitha Ruh, Künstlerin dieses Kreuz-Zeichens)
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Ein Tag für Power Girls

Die Arbeit für und mit Frauen hat eine gute Tradition in unserer Kongregation. Schon Katharina Kasper war es ein Anliegen, Frauen zu einer möglichst guten Lebensbewältigung zu befähigen. Das fing in der eigenen Gemeinschaft an, mit der Ordensausbildung wie auch der beruflichen Qualifikation.
Dieses Anliegen wurde umgesetzt im Apostolat, entsprechend den Bedürfnissen der Zeit, mit Fabrikschulen für die jungen Arbeiterinnen, mit Mädchenschulen, mit dem Lehrerinnenseminar in Montabaur.

In Frankfurt-Bornheim, St. Josef, gab es für Dienstmädchen in reichen Familien das Angebot für Unterricht und Spiel, für Lebensberatung und Hilfe bei Schwangerschaft.
In einer patriarchalisch geprägten Gesellschaft wie in Nigeria, haben es Frauen meist schwer. Von Gleichberechtigung oder gar von gleicher Würde ist nichts zu spüren. Schwere Arbeiten wie Wasser oder Feuerholz holen, ist immer Frauensache. Dazu ist ganz selbstverständlich alles zu bewältigen was mit Hausarbeit und Sorge für die Kinder zu tun hat, und oft noch schwere Arbeit auf dem Feld.
Oft sind Frauen in kurzen Abständen schwanger; sie sehen oft sehr ausgemergelt aus und viel älter, als sie tatsächlich sind. Körperliche Züchtigung und sexueller Missbrauch gehören bei manchen Frauen zum Alltag. 

Mädchen werden in der Regel schon sehr früh zu Arbeiten herangezogen, die als typische Frauensache gelten. Im ländlichen Bereich tragen schon sechsjährige Mädchen jüngere Geschwister auf dem Rücken, gehen mit an den Fluss zum Waschen usw. Schulbesuch für Mädchen wird in ärmeren Familien als unwichtig abgetan, wobei hier auch der finanzielle Aspekt eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. 

Obwohl angeblich der Schulbesuch an Regierungsschulen kostenfrei ist, kostet doch die Uniform und jedes Schulbuch. Dazu werden auch Umlagen erhoben für die Instandhaltung der Gebäude etc.
Statt uns nur über diese Situation von Frauen zu ärgern, beschlossen wir, aktiv zu werden und planten für den 21. August einen Tag für Mädchen zwischen 12 und 16 Jahren.

Unser Anliegen ist es, dass Mädchen ein Gespür für ihre Würde und ein gesundes Selbstwertgefühl als Frauen entwickeln, dass sie ihre Fähigkeiten entdecken und entfalten, dass sie selbst aktiv ihre Lebenssituation positiv verändern können. In unseren Hauskapiteln hatten wir einige Themen überlegt wie Körperpflege, Gesundheit, Ernährung, Werte, Handarbeiten. 

Eine weitere Überlegung war, nicht nur katholische Mädchen einzuladen und für eine feste Gruppe vier solcher Tage anzubieten. Im Vorfeld gab es etwas Unruhe in einigen Familien, die nicht katholisch sind. Sie dachten, wir wollten ihre Töchter zur Konversion und zum Eintritt überreden. Eine Frau, die wir gut kennen, kam zu uns und erkundigte sich. Danach konnte sie ihre Nachbarn beruhigen.
Da öffentliche Einladungen, z. B. durch eine Verlautbarung in der Kirche, so eine Veranstaltung völlig unüberschaubar machen können, luden unsere Schwestern  Mädchen aus Garam und zwei Außenstationen ein, die sie persönlich kannten. So kam eine Gruppe von 35 Mädchen zusammen, dazu eine junge Frau zum Übersetzen. Nicht alle Mädchen können ausreichend Englisch; durch die Übersetzung in Gbagyi hatten auch sie etwas von dem ersten Treffen. Körperpflege, persönliche Hygiene war unser erstes Thema. Die Mädchen waren aufmerksam dabei, es gab einige interessante Fragen. Zwischen den Impulsen gab es immer wieder Spiele zur Auflockerung. Auch das war eine neue Erfahrung für die meisten Mädchen. Zum Spielen ist so gut wie keine Zeit, vor allem nicht für Mädchen.
Für alle gab es Geschenke passend zum Thema: Seife, Handtuch, ein Kleidungsstück. So teilten wir unsere Gaben aus dem Container. Nach dem, was wir an Rückmeldungen gehört haben, war es ein guter Anfang. Die Mädchen erzählten zu Hause mit viel Begeisterung. So wächst auch unsere Verbundenheit mit dem Dorf.
Wir haben so geplant, dass mit dieser ersten Gruppe eine Reihe von insgesamt vier Treffen stattfindet. Der nächste Termin steht auch schon fest, es ist der 20.11.2010. Leider werden nicht alle Mädchen kommen können, weil einige dann in einer Internatsschule sind.
Es sind kleine Schritte, doch wir hoffen, dass wir so allmählich eine Veränderung zum Guten für die Frauen hier im Land bewirken können.
(Sr. Petricia Pitzl ADJC)