Der Kreuz-Anhänger hat eine tiefe symbolische Bedeutung:
Unser, mein Lebensbaum, wurzelt im Kreuz, aus dem durch Christi Erlösungstat neues Leben entspringt.
Das Samenkorn ist ein Symbol für Mutter Maria Katharina, die aus der Kraft des Kreuzes die Gemeinschaft ins Leben gerufen hat und sich getragen wusste von seiner – Christi – Liebe.
So wächst im Vertrauen auf diese Kraft der Baum als Sinnbild unserer Kongregation und meines persönlichen Lebens.
Die Blätter weisen hinaus in die Welt und stehen stellvertretend für viele Länder unserer Erde, in denen ADJC für Gottes Reich wirken.
Nur in Verbindung mit dem Kreuz Jesu wird dieser Baum weiterleben.
Tod und Auferstehung in der Offenheit, in dem Hindurchsehen, machen Zukunft möglich. Das Kreuz vor der offenen „Tür“.
Zeichen für Durchgang und Neuwerden, Sicheinlassen auf Unbekanntes, vielleicht Dunkles, um daraus wieder ins Licht zu treten.
Gleichzeitig aber ist diese Offenheit Einladung: Ich lasse den Mitmenschen ein und gebe ihm teil an meinem Leben, oder aber ich komme ihm entgegen nach draußen und wirke so Begegnung.
Ursprung, Halt und Stütze aus dem Kreuz, das im Vordergrund steht – so gelingt unser Leben.
(Sr. Roswitha Ruh, Künstlerin dieses Kreuz-Zeichens)
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Besuch in Nigeria vom 14. bis 29. April 2009

Besuch in Nigeria vom 14. bis 29. April 2009

Vom 14.-29. April 2009 konnte ich wieder einmal unsere Mission in Nigeria besuchen. Etwas von der Freude, die ich dort erlebte, möchte ich Ihnen kurz mitteilen. Durch die Berichte von Sr. Christeta wissen Sie ja, was dort alles geschieht. Daher gebe ich nur einige Eindrücke wieder. Später werden Sie ausführliche Berichte erhalten durch Sr. Christeta oder Sr. Petricia.
 
31 ‚Schwestern’ – einschließlich der Postulantinnen – leben jetzt dort: 2 in Mbele/Oguta im Kinderhaus, 2 in Owerri in einem Miethaus, 3 an verschiedenen Orten zur Ausbildung, 3 in Ifetedo und alle anderen in Garam, unserer Zentrale in der Mitte des riesigen Landes.

Besonders beeindruckt hat mich die Arbeit in der sogenannten ‚Mobilen Clinic’.
An allen drei Standorten ist mittlerweile eine ‚Mobile Clinic’ eingerichtet. Sr. Chinasa betreut sie in Garam und Umgebung, Sr. Scholastica in Oguta und Umgebung, Sr. Veronica in Ifetedo und Umgebung.
Sie gehen alle in Gebiete, in denen keine Gesundheitsfürsorge ist. Täglich besuchen sie mit dem Jeep ein anderes Dorf. Oft kommen die Leute von weit entfernt zu diesen Orten hin, in denen die Sprechstunde gehalten wird. Untereinander sagen die Leute das weiter: ‚Geh zu der Schwester, sie kann Dir helfen.’ Neben der direkten Krankenbetreuung ist viel Beratung und Information über Ernährung und Hygiene nötig.
Ihnen sind die Bilder bekannt, die wir in den Brunnenprospekt: Projekt Sauberes Wasser eingefügt haben. Der eine Junge mit dem Ausschlag in Gesicht, verursacht durch Parasiten, ist nach der Behandlung geheilt.
Bei der jungen Frau und ihrem Sohn hat die Behandlung nicht geholfen. Nun hat der Arzt Hautlepra diagnostiziert. Z.Zt. laufen spezielle Untersuchungen, damit eine gezielte Behandlung erfolgen kann. Auch diese Krankheit ist ja heilbar – auch ohne Folgeschäden – wenn die Therapie zeitig genug erfolgt.
Als ich die Vorschule in einem Dorf besuchte, kamen uns drei Frauen entgegen mit je einer Schüssel Wasser auf dem Kopf. Jeden Tropfen Wasser, den sie im Haushalt benötigen, müssen sie ca. 1½ km weit tragen.

Da wird einem so recht die Kostbarkeit des Wassers bewusst – und auch die Schwierigkeit, unter hygienischen Verhältnissen z. B. eine Entbindung durchzuführen.
Die Todesrate bei Frauen nach der Entbindung ist in diesem Gebieten erschreckend hoch, da es auch nicht genügend ausgebildete Hebammen gibt, die in diesen ländlichen Gegenden arbeiten, die für den Verkehr nicht erschlossen sind.
Alle unsere Krankenschwestern müssen in Nigeria auch Hebammen sein. Sie machen dort eine sehr gute Arbeit für die Menschen, die der Hilfe sehr bedürfen. Nachfolgend möchte ich Ihnen etwas Ungewöhnliches erzählen:

Die Mobile Clinic in der Nähe von Owerri:
Wir gingen in dem Dorf in einen Raum in dem Polstermöbel standen. In dieses ‚Sprechzimmer’ setzte sich Sr. Scholastica mit einigen Karteikarten, die sie vor sich hinlegte. In dem Zimmer war ein Sessel, wie früher die Bischofssessel waren, ein großer roter Sessel mit einem rot bezogenem Fußbänkchen, ein Löwenthron. Ich habe gefragt, was das sei? Sr. Scholastica sagte, dass hier der Chief wohne, der sein Zimmer zur Verfügung stelle für die  Mobile Clinic, dieser Chief ist der König des Dorfes, der Eze.

Der Eze in der Sprechstunde...                           ......hier ist das Haus, der Raum, in dem der Königssessel steht
 
Als erster Patient kam er, der Eze. Da läutete eine Glocke, so eine Glocke wie wir sie früher am Tisch hatten, nur ein bisschen größer und dann kam der Eze selbst herein, dieser König. Er hatte eine große rote Mütze auf dem Kopf, war angezogen mit schönem Stoff, den die Leute hier so tragen.
Um den Hals trug er eine Kette mit echten Tigerzähnen. In der einen Hand diese kleine Glocke, in der anderen Hand hatte er als Symbol seiner Würde und seiner Stärke: ein großes Stierhorn. Er ist ein alter Herr.

Er ging langsam an seinen Thron, legte sein Horn ab, stieg auf den Thron, setzte sich, legte das Horn quer über seine Oberschenkel und saß dann dort und schaute.

Dann fing Sr. Scholastica an mit ihm zu sprechen in Ibo. Als sie dann ein bisschen gesprochen hatten, fragte ich, ob ich ein Foto machen dürfe. Er meinte, er sei ja nicht entsprechend gekleidet. Da hingen Bilder, die ihn in seiner ganzen Herrlichkeit zeigten: drei ganz große Federn hinten am Kopf an einem Gebilde befestigt, das ich nicht genau identifizieren konnte.

Hier ein Bild aus vergangenen Zeiten:
Der Eze mit seiner Frau.

Sr. Scholastica sagte ihm, er sei schon gut angezogen. Die Bilder würden sehr schön werden.
Er setzte sich dann ganz gerade hin, legte sein Horn so hin, dass man es genau sehen konnte. Das Horn wird sonst getragen ähnlich wie ein Zepter, wie früher die Könige das Zepter trugen.
 
Ich habe einige Fotos gemacht, damit wir sehen können, was für eine Herrlichkeit dieser König hat. Sein Haus ist um einen Binnenhof gebaut.
Man kann zwar von der Straße aus hinein gehen, man kann aber auch durch eine Vorhalle gehen. Hinter dieser Vorhalle ist ein Hof, um den an drei Seiten die Gebäude liegen. Er wohnt auf der rechten Seite und das Wohnzimmer, das erste Zimmer in diesem Haus, hat er für die Praxis zur Verfügung gestellt.
 
Später kam seine Frau und brachte eine Flasche Wein und zwar kalifornischen Rotwein. Ich war ganz beeindruckt. Sr. Scholastica sagte allen, dass ich kein Ibo verstehe – so konnte ich bei den Sprechstunden dabei bleiben.
Bevor die allgemeine Sprechstunde begann, also während sie mit diesem König sprach, hörte ich draußen Singen und Sprechen. Sr. Scholastica sagte:
‚Bevor die Sprechstunde beginnt, wird immer gebetet und es werden viele Lieder gesungen.’
Das Gebet wird von den zwei Schwesternhelferinnen geleitet.
 



Palast seiner königlichen Hoheit Eze Simeon -
das Schild an der Straße vor seinem Haus
 
 
 
 
Soweit der Bericht, der uns einen kleinen Einblick gibt in die Kultur dieser Gegend.
Ansonsten gehen in Nigeria alle anderen Aktivitäten weiter, so die Arbeit mit den Straßenkindern und im Kinderhaus

Unsere zwei Jüngsten..............                            von der Kindergruppe in Owerri

… wie auch die Ausbildung der jungen Schwestern- darauf wird besondere Bedeutung gelegt.

Sr. Petricia leitet das Noviziat und Sr. Elisabeth begleitet die Postulantinnen.

Für das GPR-Treffen in diesem Jahr werden Schwestern als Beobachterinnen eingeladen, die aus den Missionsgebieten stammen. So kommt von Nigeria Sr. Elizabeth und von Kenia Sr. Jacqueline, die beide hier in Deutschland waren.

Sr. M. Simone ADJC
Mai 2009