Der Kreuz-Anhänger hat eine tiefe symbolische Bedeutung:
Unser, mein Lebensbaum, wurzelt im Kreuz, aus dem durch Christi Erlösungstat neues Leben entspringt.
Das Samenkorn ist ein Symbol für Mutter Maria Katharina, die aus der Kraft des Kreuzes die Gemeinschaft ins Leben gerufen hat und sich getragen wusste von seiner – Christi – Liebe.
So wächst im Vertrauen auf diese Kraft der Baum als Sinnbild unserer Kongregation und meines persönlichen Lebens.
Die Blätter weisen hinaus in die Welt und stehen stellvertretend für viele Länder unserer Erde, in denen ADJC für Gottes Reich wirken.
Nur in Verbindung mit dem Kreuz Jesu wird dieser Baum weiterleben.
Tod und Auferstehung in der Offenheit, in dem Hindurchsehen, machen Zukunft möglich. Das Kreuz vor der offenen „Tür“.
Zeichen für Durchgang und Neuwerden, Sicheinlassen auf Unbekanntes, vielleicht Dunkles, um daraus wieder ins Licht zu treten.
Gleichzeitig aber ist diese Offenheit Einladung: Ich lasse den Mitmenschen ein und gebe ihm teil an meinem Leben, oder aber ich komme ihm entgegen nach draußen und wirke so Begegnung.
Ursprung, Halt und Stütze aus dem Kreuz, das im Vordergrund steht – so gelingt unser Leben.
(Sr. Roswitha Ruh, Künstlerin dieses Kreuz-Zeichens)
dernbacher.de>  An alle Freunde, Wohltäter und Interessierten unserer Nigeria - Mission

An alle Freunde, Wohltäter und Interessierten unserer Nigeria - Mission

An alle Freunde, Wohltäter und Interessierten unserer Nigeria - Mission

Juli 2009

Liebe Freunde und Wohltäter,

ein halbes Jahr vergeht schnell, und ich möchte Ihnen gerne einen weiteren Kurzbericht senden über unsere Arbeit und die Entwicklungen hier.
Vor allem aber möchte ich Ihnen danken im Namen aller Schwestern und aller, die wir hier betreuen und mit denen wir arbeiten, für Ihr Interesse und Ihre Hilfe, die alles hier erst möglich macht.

Inzwischen sind wir an drei bzw. vier Orten vertreten, und ich möchte kurz von allen Stationen berichten.

In Owerri ist jetzt nur noch das Lehrlingsprojekt.

Fünf Jungen sind dort. Der Älteste, Chimankpam, hat seit Mai seine sog. Lehrzeit beendet. Es gibt ja keine geordnete Ausbildung für Handwerksberufe hier.

Wenn man ein Handwerk lernen will, muss man sich jemand suchen, der bereit ist, einen anzulernen. Schulbildung ist nicht notwendig, Berufsschule oder so etwas gibt es ebenso wenig wie eine Abschlussprüfung.

Wenn der Lehrherr meint, man könne genug, kann man für ihn arbeiten als Jobman, das ist so etwas wie Geselle, oder sich selbständig machen.
Das versucht Chimankpam derzeit, mit einem anderen jungen Mann.
In Owerri stehen an Straßenkreuzungen viele Männer jeden Alters mit ihrem Handwerkszeug, Leitern oder Hämmern oder Leitungsrohren, und wenn man jemanden braucht, kann man ihn von dort holen. Das macht es auch so schwer, wenn eine Arbeit nicht befriedigend gemacht worden ist; es gibt keine Firma, die irgendwelche Garantien übernimmt oder der es daran liegt, erneut gerufen zu werden. Vielleicht ist das der Grund für so viel „Schlamperei“ gerade im Handwerk. Wir hoffen, dass unsere Jungen ordentlich zu arbeiten lernen.

Der Konvent ist derzeit im Umzug von Owerri nach Oguta.
Oguta liegt 45 Minuten Autofahrt von Owerri weg, auf dem Land.
Das Dorf Mgbele, wo unser Kinderhaus ist und der Konvent jetzt sein wird, hat vielleicht 500 Einwohner; mit etwa 15 anderen Dörfern bildet das die LGA (local government area) Oguta.
Ganz in der Nähe ist ein See mit vielen Fischen, auch ist dort gutes Ackerland. Die Menschen sind vorwiegend christlich.

Das Kinderhaus ist vor einem Jahr bezogen worden. Es sind zehn Kinder, für die wir dort sorgen; zwei Novizinnen, eine Postulantin und zwei Aspirantinnen betreuen die Kinder, und Sr. Scholastica, die die mobilen Kliniken leitet, übernimmt auch die gesundheitliche Versorgung der Kinder.
Die drei Kinder, die nicht sprechen können, gehen noch nicht zur Schule - bis auf Kelechi, für den wir eine integrierte Sonderschule mit Internat gefunden haben. Er lernt dort Zeichensprache, macht Fortschritte und scheint sehr froh, wenn er jeden zweiten Sonntag abgeholt wird.
Unser Baby (18 Monate) ist natürlich zuhause, die Großen sind in einer Privatschule nahe bei Mbele. Wir mussten sie aus der Dorfschule nehmen, weil der Unterricht wirklich nicht gut war. Alle entwickeln sich gut, und für Elizabeth hoffen wir bald einen Orthopäden zu finden, der ihre lahmen Beine operiert. Jetzt sitzt sie noch im Rollstuhl und ist froh, in die Schule gehen zu können.
Sr. Scholastica erreicht inzwischen acht Dörfer mit ihren beiden Krankenschwestern, die mit ihr zusammenarbeiten. Die Leute sind glücklich, dass sich jemand um sie kümmert.

In Ifetedo im Yorubaland leitet Sr. Veronika die mobilen Kliniken; auch dort erreichen wir jetzt acht Dörfer. Hier gibt es vor allem viele epileptische Kinder und anämische Frauen; die Armut ist erschreckend groß.
Drei Postulantinnen und eine Aspirantin unterstützen Sr. Veronika. Wir wohnen dort noch zur Miete in einem nicht befriedigenden Haus, haben einen Bauplatz und hoffen bald bauen zu können.

Hier in Garam gehen alle Projekte weiter.

Drei Dörfer haben Brunnen mit gutem Wasser, die Dorfgemeinschaft hat wirklich jeweils die Pflege der Brunnen übernommen.





Neun Dörfer werden erreicht mit der mobilen Klinik, die Schwester Chinasa leitet. Viele Leute kommen auch hier ans Haus, vor allem früh morgens oder spät abends, wenn es Notfälle gibt; meist sind das fiebernde oder krampfende Kinder.
In zwei Dörfern ist regelmäßig Katechismusunterricht, und einige Leute kommen weiter zu den Alphabetisierungsklassen für Erwachsene. Die Zahl bei diesem Projekt ist stark zurückgegangen, aber einige halten durch und lernen auch wirklich etwas. Und in der Vorschule in Azhin Khasa, wo eine Schule so nötig wäre und wir sie nicht eröffnen dürfen, werden am 31.7.2009 etwa 20 Kinder soweit sein, dass sie ab September in die richtige Schule in Garam gehen können. Wir sind dabei, einen Bus zu organisieren, der sie täglich hin- und zurückbringt.

Das sind die äußeren Projekte, und alle leben aus der Hilfe von Deutschland und aus der Arbeit unserer nigerianischen Schwestern.

Auf Dauer brauchen wir gute Schwestern hier, deshalb ist die Ordensausbildung auch für die Projekte wichtig.

Die erste Gruppe, die 2006 gekommen ist, wird am 17.11.2009 erste Profess machen, das sind sieben Schwestern.
Die zweite Gruppe, 6 Postulantinnen, wurde am 16.7.09 ins Noviziat aufgenommen.
Die dritte Gruppe hat am 25. März 09 ihr Postulat begonnen; das sind 10 Postulantinnen.

Postulantinnen                                                                                 Professschwestern

Schwester Petricia und Schwester Elizabeth, eine nigerianische Schwester, begleiten sie. Schwester Elizabeth und Schwester Chika arbeiten mit den Frauen, die die Ordensausbildung beginnen wollen; Ende Juli hatten wir ein Wochenende für diese interessierten Frauen haben. Der nächste Eintrittstermin ist der 1. März 2010.

So fehlt es nicht an Arbeit und Abwechslung.

Lassen Sie mich noch einige kleine Begebenheiten mitteilen, die mehr ins Detail gehen, weil man sich das dann besser vorstellen kann.


* Bei der Fahrt zu einer der mobilen Kliniken in Ifetedo sahen die Schwestern einen Jungen auf der Straße, der wie ein Affe sich mit den Händen voranbewegte, die Beine verdreht und lahm. Sie hielten an und sprachen mit ihm. Er hatte Polio als Säugling und kann sich nicht aufrichten. Sr. Veronika kennt einen Arzt in einem Krankenhaus etwa eine Stunde von Ifetedo, und sie stellte Afeez dort vor. Er ist Moslem, die Eltern sind sehr arm und können keinen Arzt bezahlen. Der Arzt hat uns Hoffnung gemacht und Afeez operiert; Sie alle haben die Operation mit bezahlt. Afeez kann jetzt stehen und mit Krücken gehen, und wir glauben, dass er bald mit Hilfe von Beinschienen laufen kann.
Sie können sich die Freude der Familie vorstellen.
Dort wollen wir jetzt auch Elizabeth vom Kinderhaus vorstellen, die wie Afeez verdrehte und lahme Beine hat.

* In den Kliniken in Oguta hat Sr. Scholastika eine Frau gefunden, die aufgrund der Beschneidung schwere Verletzungen nach einer Hausgeburt hatte. Wir konnten ihr eine Operation finanzieren und sie ist geheilt und beschwerdefrei und kann wieder ihre Familie versorgen.

* Hier in Garam hat sich ein Mädchen bei den Schwestern gemeldet, aus unserem Nachbardorf Gyedna, die vom Vater aus nicht mehr zur Schule gehen durfte und verheiratet werden sollte, mit 15 Jahren.
Die Familie ist arm, Heirat bringt einen Brautpreis. Die Schwestern haben mit dem Vater gesprochen, und wir haben Schulgeld und Uniform für das Mädchen bezahlt. Sie darf jetzt wieder zur Schule gehen, und am Sonntag macht sie bei uns Tordienst und verdient so etwas, so dass sie auch ihrer Familie helfen kann. Dabei können die Schwestern, die Lehrerinnen sind, ihr auch helfen.

Liebe Freunde und Wohltäter, es tut gut, von unseren Fähigkeiten und Möglichkeiten anderen Menschen etwas weiterzugeben. Wir wissen, dass Gott uns jetzt hier will, so arbeiten wir gerne, auch wenn die äußeren Bedingungen oft schwer sind.
Und wir danken Ihnen allen für Ihre Hilfe und Ihr Interesse.
Wir grüßen Sie mit allen guten Wünschen
Ihre Schwestern in Nigeria

Schwester M. Christeta Hess ADJC