Der Kreuz-Anhänger hat eine tiefe symbolische Bedeutung:
Unser, mein Lebensbaum, wurzelt im Kreuz, aus dem durch Christi Erlösungstat neues Leben entspringt.
Das Samenkorn ist ein Symbol für Mutter Maria Katharina, die aus der Kraft des Kreuzes die Gemeinschaft ins Leben gerufen hat und sich getragen wusste von seiner – Christi – Liebe.
So wächst im Vertrauen auf diese Kraft der Baum als Sinnbild unserer Kongregation und meines persönlichen Lebens.
Die Blätter weisen hinaus in die Welt und stehen stellvertretend für viele Länder unserer Erde, in denen ADJC für Gottes Reich wirken.
Nur in Verbindung mit dem Kreuz Jesu wird dieser Baum weiterleben.
Tod und Auferstehung in der Offenheit, in dem Hindurchsehen, machen Zukunft möglich. Das Kreuz vor der offenen „Tür“.
Zeichen für Durchgang und Neuwerden, Sicheinlassen auf Unbekanntes, vielleicht Dunkles, um daraus wieder ins Licht zu treten.
Gleichzeitig aber ist diese Offenheit Einladung: Ich lasse den Mitmenschen ein und gebe ihm teil an meinem Leben, oder aber ich komme ihm entgegen nach draußen und wirke so Begegnung.
Ursprung, Halt und Stütze aus dem Kreuz, das im Vordergrund steht – so gelingt unser Leben.
(Sr. Roswitha Ruh, Künstlerin dieses Kreuz-Zeichens)
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Allen Völkern sein Heil

Allen Völkern sein Heil

Jesus Christus, Gottes Sohn, kam zur Erde, um eine Aufgabe, einen Auftrag, zu erfüllen: uns Menschen das Heil zu bringen.
Diesen Auftrag hat Jesus Christus weitergegeben an seine Kirche. Ziel dieser Mission, dieser Sendung, ist die Verwirklichung des Reiches Gottes. Jeder Christ ist aufgerufen, an diesem Auftrag mitzuarbeiten.
Wir Christen müssen Zeugnis geben von Gottes Liebe und Barmherzigkeit.
Jede von uns ist eingeladen und aufgefordert, sich um die Ausbreitung des Erlösungsglaubens zu bemühen. Wir haben die Botschaft Christi zu verkünden, sei es gelegen oder ungelegen.
Diese Sendung Jesu –„wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“ (Joh 20,21) ist nicht für eine spezielle, eigens ausgebildete Gruppe gedacht, sondern wir alle, die wir den Heiligen Geist empfangen haben, sind aufgefordert, diesen Auftrag zu erfüllen.
Das Mattäusevangelium fasst diesen universalen Missionsauftrag  zusammen in dem Befehl:
„Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.“ (Mt 28,18-20).
Dieser Auftrag richtet sich weder an eine festgelegte Personengruppe, noch um einen bestimmten geographischen Ort, nein er überschreitet alle räumlichen und ethnischen Grenzen. Während Jesus von sich aussagt, ich bin zu den verlorenen Schafen Israels gesandt, weitet er am Ende seines irdischen Lebens diese Sendung aus, wenn er den Aposteln sagt: „Geht hin in alle Welt…“ (Mt 28,19).
Weltmission bedeutet also, die Grenzen zu den Anderen zu überschreiten und ihnen das Evangelium von der Liebe Gottes zu verkünden. Jeder Mensch ist eingeladen, diese Botschaft aufzunehmen und Jesus nachzufolgen.

Mission bedeutet aber nicht nur, Gottes Wort zu verkünden, sondern auch für den Menschen und seine Würde einzutreten.
Der ganze Mensch hat teil an der Erlösung und an der Befreiung von Sünde und Schuld.
Gerade diejenigen, die in Schuld verstrickt sind, die unter Ungerechtigkeit leiden, die auf Befreiung hoffen, sind die ersten Adressaten der befreienden Botschaft Christi.
Jesus Christus hat sich erniedrigt bis „zum Tod am Kreuz“ (Phil. 2,8), um einer von den Armen zu werden. Was wir also ihnen tun, das tun wir Christus selbst. Bei ihrer Aufgabe, Menschen jeglicher Herkunft durch Taufe und Katechese zu echter christlicher Existenz zu führen, sind die Jünger, d.h. die Kirche und somit wir nicht allein gelassen.
 Der Auferstandene verspricht vielmehr seinen immerwährenden Beistand. „Ich bin bei euch“ ist in der ganzen Bibel geläufig. Isaak (Gen 26,3) und Jakob (Gen 28,15), Mose (Ex 3,12) oder David (1Sam 16,18) und viele andere großen Gestalten des Alten und Neuen Testaments erhalten diese Zusicherung. Sie gilt auch uns. Wir sind nicht allein bei der Erfüllung des Missionsauftrages.
Jesus schenkt seinen Beistand ganz allgemein seinen Jüngern. Er ist bei uns der seine Sendung durchführenden Kirche „alle Tage“ bis zur Vollendung der Welt. Hier wird noch einmal deutlich, dass die Ausführung des Missionsauftrages nicht abgeschlossen sein wird, solange diese Weltzeit dauert. Und zugleich ist angedeutet, dass alles missionarische Wirken dem Kommen dieser Vollendung dient.

Was hat das alles mit uns zu tun? Wir müssen bemüht sein, eigene Kompetenz in Bezug auf den Glauben zu erlangen, um diesen Glauben in einem neuen, an die jetzige Situation angepassten Akt der Verkündigung bzw. des Bekenntnisses zur Sprache zu bringen, um auch die heutige Gesellschaft im Sinne christlicher Wertvorstellungen zu gestalten.
Diese Kompetenz ist nicht einfach Besitz, um diese Kompetenz muss gerungen werden in der Auseinandersetzung mit den biblischen Texten. Dies kann uns heute nur gelingen, wenn wir unsere eigene Berufung hinterfragen. Von uns ist der Mut gefordert, neue Wege der Verkündigung zu gehen. Wir haben uns folgende Fragen zu stellen:

Welchen Weg müssen wir gehen in Treue zu Gott und Jesus Christus in einer modernen Industriegesellschaft? 

Wie können wir gemeinschaftliches Leben so gestalten, dass wir der heutigen Gesellschaft Orientierung geben?

Wo und wie können wir Verantwortung im Raum der Kirche übernehmen und an der Gestaltung des Zusammenlebens mitwirken und mitentscheiden?

Wo erfahren Menschen christliche Solidarität und wo wirkt diese in unserer Gesellschaft versöhnlich?

Schwester Julia Dillmann ADJC