Der Kreuz-Anhänger hat eine tiefe symbolische Bedeutung:
Unser, mein Lebensbaum, wurzelt im Kreuz, aus dem durch Christi Erlösungstat neues Leben entspringt.
Das Samenkorn ist ein Symbol für Mutter Maria Katharina, die aus der Kraft des Kreuzes die Gemeinschaft ins Leben gerufen hat und sich getragen wusste von seiner – Christi – Liebe.
So wächst im Vertrauen auf diese Kraft der Baum als Sinnbild unserer Kongregation und meines persönlichen Lebens.
Die Blätter weisen hinaus in die Welt und stehen stellvertretend für viele Länder unserer Erde, in denen ADJC für Gottes Reich wirken.
Nur in Verbindung mit dem Kreuz Jesu wird dieser Baum weiterleben.
Tod und Auferstehung in der Offenheit, in dem Hindurchsehen, machen Zukunft möglich. Das Kreuz vor der offenen „Tür“.
Zeichen für Durchgang und Neuwerden, Sicheinlassen auf Unbekanntes, vielleicht Dunkles, um daraus wieder ins Licht zu treten.
Gleichzeitig aber ist diese Offenheit Einladung: Ich lasse den Mitmenschen ein und gebe ihm teil an meinem Leben, oder aber ich komme ihm entgegen nach draußen und wirke so Begegnung.
Ursprung, Halt und Stütze aus dem Kreuz, das im Vordergrund steht – so gelingt unser Leben.
(Sr. Roswitha Ruh, Künstlerin dieses Kreuz-Zeichens)
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Leseprobe Bewegt von Gottes Geist

Maria Katharina und die Freude
Bedenkt man, wie unbeirrt Maria Katharina ihren Weg geht und wie angefüllt ihr Leben ist mit Arbeit, Verzicht und Pflichterfüllung, könnte der Eindruck entstehen, sie führe ein freudloses Leben. Doch das genaue Gegenteil ist der Fall.
Da Maria Katharina Zeit und Ewigkeit als Einheit sieht, stehen für sie sowohl Freude als auch Leid des Diesseits in enger Verbindung mit dem, was sie oft als "den schönen Himmel" bezeichnet oder als "ewiges Vaterland".

Als Beispiel kann folgende Aussage dienen, die sie einmal in Bezug auf eine sehr kranke Gönnerin einer Niederlassung macht:

"Sollte der liebe Gott es für sie aber bestimmt haben, diese arme Welt zu verlassen, und will er ihr den schönen Himmel dafür geben, so kann man sie ja nur beneiden." (Band I, Brief 117)

Ganz folgerichtig können vergängliche Freuden sie nicht beeindrucken. Das, was ihr Freude macht, unterscheidet sich deutlich von dem, was den Durchschnitt auch der Christen erfreut. In einem Brief heißt es:
"Hier ist noch alles in gewohnter Weise, viel Arbeit und Sorge, aber auch viel FReude, wenn alles zur Ehre Gottes geschieht und gewirkt wird, besonders die eigene Heiligkeit erstrebt wird, so geht ja alles gut und Gott segnet das Wirken der armen Schwestern." (Band I, Brief 140)

Maria Katharinas Freude über ihre Berufung ist so groß, dass sie an mehreren Briefstellen äußert, das Leben mit Gott und das Einssein mit ihm "genießen" zu wollen.

Aber Maria Katharina kann sich auch an den irdischen Gaben Gottes freuen und diese bei Gelegenheit genießen. Im Oktober 1891, also zur Zeit der Weinlese, schreibt sie beispielsweise an die Oberin der Niederlassung in Königswinter:

"Besten Dank für Ihre schönen Träubchen, welche wir schon heute mittag verzehren mußten. Diesselben sind immer zu edel für den rauhen Westerwald, und so müssen wir die edle Frucht gleich verzehren, was wir alle mit Freuden tun." (Band I, Brief 196)

 

Mutterhaus, Donaldson, USA, Fotos: Sr. Benedicta Köth, ADJC