Der Kreuz-Anhänger hat eine tiefe symbolische Bedeutung:
Unser, mein Lebensbaum, wurzelt im Kreuz, aus dem durch Christi Erlösungstat neues Leben entspringt.
Das Samenkorn ist ein Symbol für Mutter Maria Katharina, die aus der Kraft des Kreuzes die Gemeinschaft ins Leben gerufen hat und sich getragen wusste von seiner – Christi – Liebe.
So wächst im Vertrauen auf diese Kraft der Baum als Sinnbild unserer Kongregation und meines persönlichen Lebens.
Die Blätter weisen hinaus in die Welt und stehen stellvertretend für viele Länder unserer Erde, in denen ADJC für Gottes Reich wirken.
Nur in Verbindung mit dem Kreuz Jesu wird dieser Baum weiterleben.
Tod und Auferstehung in der Offenheit, in dem Hindurchsehen, machen Zukunft möglich. Das Kreuz vor der offenen „Tür“.
Zeichen für Durchgang und Neuwerden, Sicheinlassen auf Unbekanntes, vielleicht Dunkles, um daraus wieder ins Licht zu treten.
Gleichzeitig aber ist diese Offenheit Einladung: Ich lasse den Mitmenschen ein und gebe ihm teil an meinem Leben, oder aber ich komme ihm entgegen nach draußen und wirke so Begegnung.
Ursprung, Halt und Stütze aus dem Kreuz, das im Vordergrund steht – so gelingt unser Leben.
(Sr. Roswitha Ruh, Künstlerin dieses Kreuz-Zeichens)
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Anerkennung

Nun läßt sich der allgemeine Zustand in der Ordensleitung nicht länger aufrechterhalten. Superior Johann Jakob Wittayer muss die von ihm wahrgenommenen Rechte an die Generaloberin abtreten, der inzwischen im Generalrat weitere Frauen zur Seite stehen.

Diesen Kompetenzverlust kann der Superior, wie sich später herausstellt, menschlich nicht bewältigen. Er greift häufig in die Kompetenzen der Generaloberin ein und erhebt gegenüber dem Bischof mehrfach haltlose Anschuldigungen.

Maria Katharina behält dennoch Johann Jakob Wittayer bis zu seinem Tode 1881 als ständigen Berater, behandelt ihn mit größter Achtung und lässt sich nach außen nichts anmerken. Erst durch einen Zufall wird während des Seligsprechungsprozesses 80 Jahre später bekannt, welches Unrecht sie erduldet hat.

Für die kirchliche Würdigung des Lebens der Stifterin bedeutet ihr Schweigen, die duldende Hinnahme des Unrechts um der Anliegen des Ordens willen eine klare Aufwertung. Dieses Leid wird zum Prüfstein der Liebe. Die Stifterin sagt selbst:

"Meine lieben Schwestern, lieben wir unser Kreuz und teilen wir es mit dem lieben Heiland; folgen wir ihm auf Golgotha und bleiben wir stehen unter dem Kreuze, bis wir mit Jesus sagen können: Alles ist vollbracht!"

Feuerkreuz, Abtei Oberschönenfeld,
Verkündigungsengel, Kathedrale Salisbury, Foto: Sr.Benedicta Köth, ADJC

Es gibt Situationen, in denen ein Christ kämpfen muss. Oft ist der Mut gefragt, für die Wahrheit einzutreten, und wir weichen aus. Ist so das Schweigen der Gründerin zu verstehen?

Oder will sie das Werk, das sie Gottes Fügung zuschreibt, durch Verzicht auf eigene, berechtigte Interessen vor einer Gefährdung bewahren?

Will sie lieber in Kauf nehmen, dass ihre persönliche Ehre zerstört wird, um vermeidbare, aber gefährliche Auseinandersetzungen zu verhindern?

Maria Katharina stellt das Wohl der Kongregation über ihr persönliches Wohl. Sie glaubt, dass Gott die Situation durch ihr Opfer zum Guten wenden kann. Sie, als Generaloberin hat keine festen Pläne, nach denen sich die Kongregation entwickeln soll. Sie will vielmehr aktuelle Notlagen als Zeichen der Zeit und Anruf Gottes aufgreifen und darauf reagieren.