Der Kreuz-Anhänger hat eine tiefe symbolische Bedeutung:
Unser, mein Lebensbaum, wurzelt im Kreuz, aus dem durch Christi Erlösungstat neues Leben entspringt.
Das Samenkorn ist ein Symbol für Mutter Maria Katharina, die aus der Kraft des Kreuzes die Gemeinschaft ins Leben gerufen hat und sich getragen wusste von seiner – Christi – Liebe.
So wächst im Vertrauen auf diese Kraft der Baum als Sinnbild unserer Kongregation und meines persönlichen Lebens.
Die Blätter weisen hinaus in die Welt und stehen stellvertretend für viele Länder unserer Erde, in denen ADJC für Gottes Reich wirken.
Nur in Verbindung mit dem Kreuz Jesu wird dieser Baum weiterleben.
Tod und Auferstehung in der Offenheit, in dem Hindurchsehen, machen Zukunft möglich. Das Kreuz vor der offenen „Tür“.
Zeichen für Durchgang und Neuwerden, Sicheinlassen auf Unbekanntes, vielleicht Dunkles, um daraus wieder ins Licht zu treten.
Gleichzeitig aber ist diese Offenheit Einladung: Ich lasse den Mitmenschen ein und gebe ihm teil an meinem Leben, oder aber ich komme ihm entgegen nach draußen und wirke so Begegnung.
Ursprung, Halt und Stütze aus dem Kreuz, das im Vordergrund steht – so gelingt unser Leben.
(Sr. Roswitha Ruh, Künstlerin dieses Kreuz-Zeichens)
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Tod - Kursänderung?

HERR, ICH SINKE

Wie wird sich der Verlust der Gründerin, einer charismatischen Persönlichkeit, auswirken? Die Nachfolgerin der ersten Generaloberin, Mutter Amalia, setzt die begonnene Arbeit ohne Kursänderung fort. Zu Veränderungen besteht auch kein Grund. Die sozialen Nöte haben sich nicht grundlegend verändert.

Der Ausbruch des ersten Weltkrieges im Jahr 1914 macht wieder den Dienst an den Verwundeten erforderlich.

Die dritte Generaloberin, Mutter Firmata, muss die Kongregation durch die schweren Zeiten von Inflation und Wirtschaftskrise lenken. Sie erlebt, wie Fabrikarbeiter und Arbeiterinnen Überstunden machen, um den Schwestern eine Weihnachtsgabe zum Einkauf von Kohlen, Holz und Lebensmitteln zu bringen.

1926 kann die Kongregation ihr 75jähriges Bestehen begehen. Dass ihr Auftrag ungebrochen ist, beweisen die Daten. Es ist kaum vorstellbar, welches Werk aus den Anfängen einer jungen Frau hervorgegangen ist, die als 27jährige mit einem Drei-Zimmer-Haus begonnen hat!

In Europa gibt es jetzt 286, in den USA 46 Niederlassungen. Die Zahl der Professschwestern ist in Europa auf 3.107 angestiegen, 87 Novizinnen bereiten sich vor. In Amerika gibt es 606 Professschwestern und 35 Novizinnen.

Bischof Augustinus Kilian von Limburg drückt seine Anerkennung für Katharina Kasper und ihr Werk aus: Er überrascht die Schwestern beim Jubiläum mit einer Ankündigung, er wolle die Seligsprechung der Stifterin einleiten. Diese Mitteilung löst Diskussionen in der Gemeinschaft aus, lautet doch der Standpunkt von Maria Katharina: „Alle müssen Heilige werden, aber verborgene Heilige.“

Mit Ausnahme einiger Spezialeinrichtungen verfügt der Orden in Europa hauptsächlich über Filialen mit jeweils vier oder sechs bis neun Schwestern.
Ein größerer Konvent verzeichnet: ambulante Krankenpflege, Kindergarten, Handarbeitsschule.

Mancherorts entstehen außerdem Krankenhäuser, Altenpflegeheime, Waisenhäuser oder Mädchen-Mittelschulen, auch zwei Mädchen-Gymnasien in Limburg und Opladen. Wegen der hohen Arbeitslosigkeit richtet der Orden außerdem eine Stellenvermittlung ein, die noch nicht vom Staat angeboten wird.




Kloster/Gurian