Der Kreuz-Anhänger hat eine tiefe symbolische Bedeutung:
Unser, mein Lebensbaum, wurzelt im Kreuz, aus dem durch Christi Erlösungstat neues Leben entspringt.
Das Samenkorn ist ein Symbol für Mutter Maria Katharina, die aus der Kraft des Kreuzes die Gemeinschaft ins Leben gerufen hat und sich getragen wusste von seiner – Christi – Liebe.
So wächst im Vertrauen auf diese Kraft der Baum als Sinnbild unserer Kongregation und meines persönlichen Lebens.
Die Blätter weisen hinaus in die Welt und stehen stellvertretend für viele Länder unserer Erde, in denen ADJC für Gottes Reich wirken.
Nur in Verbindung mit dem Kreuz Jesu wird dieser Baum weiterleben.
Tod und Auferstehung in der Offenheit, in dem Hindurchsehen, machen Zukunft möglich. Das Kreuz vor der offenen „Tür“.
Zeichen für Durchgang und Neuwerden, Sicheinlassen auf Unbekanntes, vielleicht Dunkles, um daraus wieder ins Licht zu treten.
Gleichzeitig aber ist diese Offenheit Einladung: Ich lasse den Mitmenschen ein und gebe ihm teil an meinem Leben, oder aber ich komme ihm entgegen nach draußen und wirke so Begegnung.
Ursprung, Halt und Stütze aus dem Kreuz, das im Vordergrund steht – so gelingt unser Leben.
(Sr. Roswitha Ruh, Künstlerin dieses Kreuz-Zeichens)
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Reaktion der Gründerin

Quelle: unbekannt

Wie reagiert die Gründerin?

Nun, Pessimismus wird niemand von ihr erwarten. Und so sagt sie 1873:

„Nehmen wir recht innigen Anteil an den Leiden der Kirche, unserer guten, lieben Mutter… Meint ihr, der Sieg würde ohne Kampf kommen? Die Kirche wird gereinigt, die Frommen werden geläutert, es werden viele abfallen, viele werden sich bekehren; beides wird geschehen. Aber, liebe, gute Kinder, verehren wir recht innig die Unbefleckte Empfängnis, sie wird der Kirche den Sieg verleihen.“

Eine etwas kämpferische Haltung, die sich damals unter den Katholiken allgemein einstellte, wird hier sichtbar.

Es ist paradox: Im gleichen Jahr – 1871 – als Scharen von Schwestern von den Lazaretten der Kriegsschauplätze heimkehren, wofür sie den Dank höchster staatlicher Stellen empfangen, werden erste Nachforschungen von Behörden über die Kongregation angestellt.

1875 folgt das einschneidende Klostergesetz, dass alle Orden verbietet.

„Niederlassungen der Orden oder Kongregationen, welche sich ausschließlich der Krankenpflege widmen, bleiben fortbestehen; sie können jedoch jederzeit durch Königliche Verordnung aufgehoben werden.“

Man sagt, dies habe ein Einspruch des Verteidigungsministers bewirkt, der sich auf das Sanitätspersonal aus den Orden angewiesen zeigt.

Bild: „Dernbacher Beweinung Christi“: Spätmittelalterliche Darstellung, ursprünglich in der Laurentiuskapelle, heute im Limburger Diözesanmuseum.

Damit sind also nur bestimmte Niederlassungen auf unbestimmte Zeit ausgenommen.

Waisenhäuser, Kindergärten, Schulen und ordenseigene Einrichtungen wie das Noviziat stehen also vor der Auflösung!

In einem Brief teilt Maria Katharina ihrem zuständigen Bischof den Plan mit, Noviziatshäuser außerhalb Deutschlands einzurichten. Sie bittet um Erlaubnis, in Lutterade im holländischen Bistum Roermond damit zu beginnen.

Am eiligsten werden die Klosterschulen aufgehoben. Ende Dezember trifft z.B. in der Klosterschule der ADJC im benachbarten Montabaur eine Verfügung ein, knapp ein Jahr Frist wird für die Schließung gewährt. Auch 84 mutige Schülerinnen, die am 28. Juni 1876 nach Bad Ems ziehen, um Kaiser Wilhelm I. höchstpersönlich um ein Fortbestehen ihrer Schule zu bitten, können nichts erreichen.

Der Monarch verspricht ihnen "Erkundigung und Bescheid", was wohl nicht viel mehr als eine Ausrede ist. Ähnlich schlechte Nachrichten treffen aus anderen Niederlassungen im Mutterhaus ein. Auch in Dernbach selbst schließt die Klosterschule ihre Pforten.

Insgesamt 1032 Mitglieder männlicher und 7763 Angehörige weiblicher Orden der katholischen Kirche in Preußen sind von den Verfügungen des Staates betroffen. Wie viele Menschen, für die diese Ordensleute gesorgt haben, insgesamt beteiligtsind, kann nicht gesagt werden, aber es sind sehr viele.