Politische Repressalien - allgemein

- Pieta, Rom, Fot: Sr. Benedicta Köth, ADJC
Diese Frauen verändern etwas in der Welt: Sie verzichten auf Ansehen für ihre Person, auf Macht und Reichtum. Bescheiden verrichten sie ihren Dienst an den Kranken und verabschieden sich still mit den Worten: „Gelobt sei Jesus Christus!“
Ist es verwunderlich, dass unzählige Leute, die ein bürgerliches und meist anspruchsvolleres Leben führen, diesen stillen Dienst insgeheim bewundern? Wer kann diese Botinnen der Liebe ablehnen? Sie, die unzweifelhaft nur das Gute für die Menschen wollen? Wer könnte eindringlicher verkünden, wie wenig der Mensch bedarf, um trotz vieler Anstrengungen glücklich zu sein?
Die katholische Kirche ist die einzige gesellschaftliche Großgruppe, die den enormen Gleichschaltungsdruck der Nazis in Form einer unabhängigen Organisation überdauert. Zu offenem Widerstand sind aber auch die Katholiken nicht in der Lage, zu brutal kontrolliert seit sechs Jahren ein diktatorischer Überwachungsstaat jede aufkeimende Opposition. Von mindesten 8.021 Priestern wird später bekannt, dass sie unter Verfolgung leiden müssen, Laien und Ordensleute nicht mitgezählt. Die Nationalsozialisten erblicken in der Kirche eine für sie gefährliche Konkurrenz in Weltanschauungsfragen. Diese Machtbegrenzung wollen sie nicht dulden. Sie greifen daher zu Methoden wie Bespitzelung, Einschüchterung, Verhör, Verleumdung, Verbot von Neuaufnahmen, Auflösung von Filialen. Einrichtungen wie z.B. Bekenntnisschulen und Behindertenheime, die in direktem Gegensatz zu ihrer Ideologie stehen, sind ihnen ein besonderer Dorn im Auge.
Dass trotz aller Bemühungen der Nazis der Schauprozess nur wenig Widerhall in der Öffentlichkeit findet, schreiben die Schwestern den zahlreichen Gebeten zu. Zum Teil werden mehrjährige Freiheitsstrafen gegen Schwestern und Mitarbeiter aus Aulhausen verhängt.
Gastfreundschaft zeigen die "Armen Dienstmägde Jesu Christi", als die in strenger Klausur lebenden Benediktinerinnen der Abtei St. Hildegard in Rüdesheim-Eibingen vertrieben werden. Im Mutterhaus nehmen sie den großen Konvent spontan auf. Später werden die Schwestern in mehreren Niederlassungen untergebracht, wo sie ihr beschauliches Leben fortsetzen, sich aber auch an der Pflege der Kranken beteiligen. Bis in die Gegenwart reicht daher eine enge Freundschaft zu den Benediktinerinnen in Eibingen.






