Der Kreuz-Anhänger hat eine tiefe symbolische Bedeutung:
Unser, mein Lebensbaum, wurzelt im Kreuz, aus dem durch Christi Erlösungstat neues Leben entspringt.
Das Samenkorn ist ein Symbol für Mutter Maria Katharina, die aus der Kraft des Kreuzes die Gemeinschaft ins Leben gerufen hat und sich getragen wusste von seiner – Christi – Liebe.
So wächst im Vertrauen auf diese Kraft der Baum als Sinnbild unserer Kongregation und meines persönlichen Lebens.
Die Blätter weisen hinaus in die Welt und stehen stellvertretend für viele Länder unserer Erde, in denen ADJC für Gottes Reich wirken.
Nur in Verbindung mit dem Kreuz Jesu wird dieser Baum weiterleben.
Tod und Auferstehung in der Offenheit, in dem Hindurchsehen, machen Zukunft möglich. Das Kreuz vor der offenen „Tür“.
Zeichen für Durchgang und Neuwerden, Sicheinlassen auf Unbekanntes, vielleicht Dunkles, um daraus wieder ins Licht zu treten.
Gleichzeitig aber ist diese Offenheit Einladung: Ich lasse den Mitmenschen ein und gebe ihm teil an meinem Leben, oder aber ich komme ihm entgegen nach draußen und wirke so Begegnung.
Ursprung, Halt und Stütze aus dem Kreuz, das im Vordergrund steht – so gelingt unser Leben.
(Sr. Roswitha Ruh, Künstlerin dieses Kreuz-Zeichens)
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Grundsätzliche Fragen

dernbach, Blume
Baum der Gemeinschaft/Kloster

stellen sich jetzt, als der Orden sich stark ausbreitet. Viele Anfragen erreichen das Mutterhaus. Viel Gutes könnte in aller Welt geleistet werden. Aber wo anfangen? Wo sollen die Schwerpunkte gesetzt werden? Für Maria Katharina ist klar, dass die bedürftigen Kranken und die Waisenkinder sowie auch die Behinderten Vorrang haben. Staatlich organisierte Fürsorge ist im 19. Jahrhundert so gut wie unbekannt. Da sind die genannten Gruppen ganz auf das Mitleid anderer Menschen angewiesen. Auch stellt sich bald heraus, dass die Altenfürsorge ebenso notwendig ist.

Außerdem bildet sich ein zweiter Zweig heraus: die Erziehung der Jugend. Wie wichtig eigene Schulen sind, hat sich schon in der Anfangsphase in Dernbach gezeigt, weil die Waisenkinder auf besondere Betreuung angewiesen sind. Lange zögert Maria Katharina gegenüber dem Drängen von Superior Wittayer und Bischof Blum, Schulen zu gründen.

Eine Aufgabenbeschreibung der Kongregation aus dem Jahre 1867 fordert dazu auf, "um Jesu willen dem Dienste der Armen und Kranken sich zu unterziehen sowie der Erziehung und Bildung der weiblichen Jugend sich zu widmen."

Nur auf solchen Stationen, wo zugleich wenigstens zwei bis drei Krankenschwestern zur Verfügung stehen, dürfen sich auch Schwestern mit Erziehung und Schulunterricht befassen.

Diese Festlegung über den Vorrang der Aktivitäten bewirkt, dass eine Reihe von Elementarschulen gegründet werden, ebenso gibt es Verwahrschulen und Industriezentren, wo Frauen tagsüber Fabrikarbeit leisten müssen. Die Zahl der höheren Schulen bleibt aber gering. Bildung und Erziehung - das sind unbestritten zentrale Ansatzpunkte zur Bewältigung der sozialen Frage des 19. Jahrhunderts.

Die "Armen Dienstmägde Jesu Christi" kennen aber auch die Grenzen ihrer Möglichkeiten und bevorzugen die "Erste Hilfe" gegenüber den sozialen Nöten. Das Naheliegende, die vorrangigen Aufgaben wollen sie zuerst bewältigen.