Der Kreuz-Anhänger hat eine tiefe symbolische Bedeutung:
Unser, mein Lebensbaum, wurzelt im Kreuz, aus dem durch Christi Erlösungstat neues Leben entspringt.
Das Samenkorn ist ein Symbol für Mutter Maria Katharina, die aus der Kraft des Kreuzes die Gemeinschaft ins Leben gerufen hat und sich getragen wusste von seiner – Christi – Liebe.
So wächst im Vertrauen auf diese Kraft der Baum als Sinnbild unserer Kongregation und meines persönlichen Lebens.
Die Blätter weisen hinaus in die Welt und stehen stellvertretend für viele Länder unserer Erde, in denen ADJC für Gottes Reich wirken.
Nur in Verbindung mit dem Kreuz Jesu wird dieser Baum weiterleben.
Tod und Auferstehung in der Offenheit, in dem Hindurchsehen, machen Zukunft möglich. Das Kreuz vor der offenen „Tür“.
Zeichen für Durchgang und Neuwerden, Sicheinlassen auf Unbekanntes, vielleicht Dunkles, um daraus wieder ins Licht zu treten.
Gleichzeitig aber ist diese Offenheit Einladung: Ich lasse den Mitmenschen ein und gebe ihm teil an meinem Leben, oder aber ich komme ihm entgegen nach draußen und wirke so Begegnung.
Ursprung, Halt und Stütze aus dem Kreuz, das im Vordergrund steht – so gelingt unser Leben.
(Sr. Roswitha Ruh, Künstlerin dieses Kreuz-Zeichens)
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Was heißt das konkret?

Die ersten beiden Schwestern verlassen am 20. August 1854 Dernbach und lassen sich in Camberg nieder. Bald folgen die Filialen Schlag auf Schlag. Bis 1856 werden neun, meist kleinere Außenstellen gegründet. So geschieht es leicht, dass aus einer Novizin rasch eine Oberin wird. Große Verantwortung für das Werk lastet auf den oft jungen Schwestern. Bis zum Jahr 1871 entstehen 105 Häuser.
Auch im Mutterhaus in Dernbach geht die Entwicklung weiter. Immer mehr elternlose und deshalb vernachlässigte Kinder finden dort eine Heimat. Wenn die Angehörigen etwas Geld dazu beitragen können, werden sie dazu angehalten; oft werden die Kinder  aber ohne Bezahlung aufgenommen. Sie spüren die Liebe und Freundlichkeit, die ihnen hier entgegengebracht wird. Bald reicht der Platz im Kloster nicht mehr aus. Auf einer gegenüberliegenden Anhöhe wird 1860 ein geräumiges Heim errichtet, das ringsherum auch Spielflächen bietet.


Das Mutterhaus in Dernbach, hier eine Abbildung aus der Zeit der Gründerin Ende des 19. Jahrhunderts, weitet sich schnell aus. Der Gebäudekomplex ist bereits nach zehn bis zwölf Jahren entstanden.

in der Dorfschule, die neben den Einheimischen auch von den Kindern besucht wird, die bei den Schwestern zuhause sind. Manche Eltern aus dem Dorf befürchten schlechte Einflüsse von den auswärtigen Kindern, die nicht selten ein hartes Schicksal hinter sich haben.

Maria Katharina Kasper hält es für die günstigste Lösung, die Schützlinge in einer eigenen Schule zu unterrichten und zu erziehen. Aber wer soll das Personal bezahlen? Eines Tages erscheint im Kloster der Lehrer Wilhelm Schwarz und bietet an, den Unterricht zu übernehmen. Geld verlangt er nicht dafür, im Gegenteil: Er schenkt dem Kloster seine Ersparnisse!

Am 1. Mai 1854 beginnt für 30 Mädchen und 24 Jungen der Unterricht. Nur eine Lehrerin fehlt noch. Manche Frau, die Interesse zeigt, fühlt sich vom einfachen Lebensstil im Kloster abgeschreckt. Dann klappt es doch: Zwei Jahre später beginnt Hyacintha Collart den Unterricht. Beide Lehrkräfte widmen sich ihrer Aufgabe für mehrere Jahre. Dann fassen beide den gleichen Entschluss und werden Ordensleute. Lehrer Schwarz geht zu den Barmherzigen Brüdern nach Montabaur, Hyacintha bleibt als Schwester Edmina bei den Armen Dienstmägden Jesu Christi.

Von Anfang an haben die "Armen Dienstmägde Jesu Christ" ihre Häuser für die Menschen geöffnet. Kinder nimmt Katharina Kasper schon beim Einzug auf.  Auch heute ziehen sich die Schwestern nicht in ein „Schneckenhaus“ zurück. Foto:Kloster/Gurian

Ab 1858 werden zunächst in Dernbach, später im benachbarten Montabaur, Schwestern als Lehrerinnen ausgebildet. Die Ordensfrauen wissen sich zu helfen. Durch den Zusammenschluss ihrer Kräfte können sie manches in Gang bringen, was lange zuvor noch ein Wunschtraum gewesen ist. Inzwischen bricht der Krieg zwischen Preußen und Österreich aus. Bischof Peter Joseph Blum veranlasst im Mai 1866 die Abhaltung öffentlicher Gebete um Bewahrung des Friedens. Aber die Lage spitzt sich zunächst zu: am 3. Juli tobt die Schlacht bei Königgrätz. Unbeschreiblich ist das Leid der Verwundeten. Die Generaloberin reagiert umgehend, zieht Schwestern aus anderen Aufgaben heraus und entsendet 72 Ordensfrauen zum Sanitätsdienst auf die Schlachtfelder und in die Lazarette. Dieser Einsatz findet große Anerkennung.


Im Jahr 1867 umfasst die Gemeinschaft 454 Mitglieder in 95 Filialen, Postulantinnen mitgerechnet. Im Verhältnis zu den zahlreichen Aufgaben ist das nicht viel. Jede Schwester wird an ihrem Platz gebraucht.