Der Kreuz-Anhänger hat eine tiefe symbolische Bedeutung:
Unser, mein Lebensbaum, wurzelt im Kreuz, aus dem durch Christi Erlösungstat neues Leben entspringt.
Das Samenkorn ist ein Symbol für Mutter Maria Katharina, die aus der Kraft des Kreuzes die Gemeinschaft ins Leben gerufen hat und sich getragen wusste von seiner – Christi – Liebe.
So wächst im Vertrauen auf diese Kraft der Baum als Sinnbild unserer Kongregation und meines persönlichen Lebens.
Die Blätter weisen hinaus in die Welt und stehen stellvertretend für viele Länder unserer Erde, in denen ADJC für Gottes Reich wirken.
Nur in Verbindung mit dem Kreuz Jesu wird dieser Baum weiterleben.
Tod und Auferstehung in der Offenheit, in dem Hindurchsehen, machen Zukunft möglich. Das Kreuz vor der offenen „Tür“.
Zeichen für Durchgang und Neuwerden, Sicheinlassen auf Unbekanntes, vielleicht Dunkles, um daraus wieder ins Licht zu treten.
Gleichzeitig aber ist diese Offenheit Einladung: Ich lasse den Mitmenschen ein und gebe ihm teil an meinem Leben, oder aber ich komme ihm entgegen nach draußen und wirke so Begegnung.
Ursprung, Halt und Stütze aus dem Kreuz, das im Vordergrund steht – so gelingt unser Leben.
(Sr. Roswitha Ruh, Künstlerin dieses Kreuz-Zeichens)
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Anfänge in der Welt

Unbeschreiblich ist das Leid der Verwundeten im Krieg zwischen Preußen und Österreich. Viele Arme Dienstmägde Jesu Christi werden aus ihren Niederlassungen gerufen, um die verletzten Soldaten zu pflegen. Den Geist der Gemeinschaft zu bewahren, ist bis heute ein zentrales und notwendiges Anliegen.


Eine ähnliche Begebenheit findet sich auch bei Maria Katharina Kasper. Schon länger quält sie sich mit der Antwort auf eine Frage aus den Vereinigten Staaten. Bischof Luers von Fort Wayne hat um Entsendung von Schwestern für seine Diözese gebeten. 90 Jahre sind es gerade her, dass die Vereinigten Staaten von Nordamerika ihre Unabhängigkeit erklärt haben. 1816 beginnt die Besiedlung des Staates Indiana, wo Fort Wayne liegt. In diesem Zeitraum ist die Bevölkerung in den USA fast um das Dreifache gestiegen. Einwanderer kommen aus aller Welt, ihre sozialen Probleme sind kaum vorstellbar. Klar, dass hier solche Ordensschwestern wie die "Armen Dienstmägde Jesu Christi" gebraucht werden. Trotzdem scheint der Schritt über den Atlantischen Ozean fast unvorstellbar.

Wie sollen dabei das Gemeinschaftsleben und die Einheit des Ordens bewahrt bleiben?

Viele Fragen stehen für Maria Katharina Kasper im Raum, die einfach nicht beantwortet werden können.

Endlich ist Maria Katharina Kasper überzeugt, dass es ich um einen Ruf Gottes handelt, Ordensfrauen nach USA zu senden

Eine Aufforderung: „Komm herüber und hilf uns!

Unter den vielen Schwestern, die sich freiwillig für die gefährliche Reise in die Ungewissheit melden, wählt sie acht aus, darunter Schwester Rosa, die Nichte von Bischof Blum. Sie begleitet sie persönlich bis nach Le Havre, wo sie an der französischen Küste ein Schiff für die weite Überfahrt besteigen. Sie winkt ihnen zu, bis das Schiff am Horizont verschwindet. „Die Schwestern waren nicht mehr zu sehen, jetzt durfte auch ich weinen“, beschreibt sie später ihren Abschied.

Erste Schwestern in USA

14 Tage hat die Reise von Dernbach nach Le Havre gedauert, weitere zwei Wochen später kommen die acht Schwestern in Fort Wayne an. Schon zehn Tage danach haben sie sich eingerichtet, um mit der Arbeit in der Schule und in der Krankenpflege beginnen zu können. Bereits im darauf folgenden Jahr reisen weitere sieben Schwestern nach Amerika, ein Provinzialmutterhaus wird geschaffen. Bis 1875 kommen weiter 27 Arme Dienstmägde hinzu. In der Zwischenzeit stellen sich auch einheimische Nachwuchskräfte ein.

Der mutige Schritt über den Ozean hat sich bewährt

Später, im Jahr 1898, zählt die amerikanische Provinz 27 Klöster mit 286 Schwestern.

In der deutschen Heimat kommt dagegen eine der größten Bewährungsproben in ihrer Geschichte
auf die Ordensgemeinschaft zu.

Novizinnen in USA
Schwester in der Brotstube

Die Antwort Maria Katharinas auf den Ruf: Komm herüber.. hat sich gelohnt

Der Same ist gestreut...
..von Dernbach zündelt es in die Welt hinaus..
..und wächst als zarte Blume heran... Fotos: Klostr/Gurian