Der Kreuz-Anhänger hat eine tiefe symbolische Bedeutung:
Unser, mein Lebensbaum, wurzelt im Kreuz, aus dem durch Christi Erlösungstat neues Leben entspringt.
Das Samenkorn ist ein Symbol für Mutter Maria Katharina, die aus der Kraft des Kreuzes die Gemeinschaft ins Leben gerufen hat und sich getragen wusste von seiner – Christi – Liebe.
So wächst im Vertrauen auf diese Kraft der Baum als Sinnbild unserer Kongregation und meines persönlichen Lebens.
Die Blätter weisen hinaus in die Welt und stehen stellvertretend für viele Länder unserer Erde, in denen ADJC für Gottes Reich wirken.
Nur in Verbindung mit dem Kreuz Jesu wird dieser Baum weiterleben.
Tod und Auferstehung in der Offenheit, in dem Hindurchsehen, machen Zukunft möglich. Das Kreuz vor der offenen „Tür“.
Zeichen für Durchgang und Neuwerden, Sicheinlassen auf Unbekanntes, vielleicht Dunkles, um daraus wieder ins Licht zu treten.
Gleichzeitig aber ist diese Offenheit Einladung: Ich lasse den Mitmenschen ein und gebe ihm teil an meinem Leben, oder aber ich komme ihm entgegen nach draußen und wirke so Begegnung.
Ursprung, Halt und Stütze aus dem Kreuz, das im Vordergrund steht – so gelingt unser Leben.
(Sr. Roswitha Ruh, Künstlerin dieses Kreuz-Zeichens)
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Der Maler

Gemalt wurde das Bild von Peter Molitor. Bei ihm handelt es sich um einen wohlausgewiesenen Künstler, dessen Bildnisse - und damit ihre Qualität - regional besichtigt werden konnten.
Peter Molitor wurde am 19. September 1821 als Sohn eines gutsituierten Bäckers in Koblenz geboren und verstarb in Oberlahnstein am 15. Mai 1898. Der Spannungsbogen seines Lebens liegt zwischen Düsseldorf und Frankfurt, mit Schwergewicht auf dem Rheinland. Molitor wurde unterwiesen durch die Malergrößen seiner Zeit. In Düsseldorf war Molitor Schüler von Wilhelm von Schadow und dessen Schüler Carl Ferdinand Sohn. Beide übten großen Einfluss auf sein Kunstschaffen aus, so dass man Peter Molitor ohne weiteres als zur Nazarenerschule zugehörig bezeichnen kann. Seine Tätigkeit bei Philipp Veit in Frankfurt krönte die Lehr- und Wanderzeit. Molitors Werdegang sprach also für einen Künstler, welcher im Umgang mit religiösen Motiven eine sehr gute Schulung durchlaufen hatte. Ferner war er bei bedeutenden Porträtisten unterrichtet worden. Allein aufgrund dieser Lehrmeister war der Auftrag der Gemeinschaft in guten Händen gewesen.

Während seiner Maltätigkeit arbeitete er u.a. an den Fresken und Glasfenstern der Wallfahrtskirche St. Nikolaus in Arenberg bei Koblenz, der Koblenzer Jesuitenkirche, den Wandgemälden der Maxkirche in Düsseldorf und für die Pfarrkirche St. Maximin in Klotten an der Mosel. Seine Werke wurden so geschätzt, dass sie auch exportiert wurden: Eines seiner Altarbilder ging in eine Londoner Jesuitenkirche.

Auch war er an den Arbeiten in Stolzenfels beteiligt. Doch auch Molitors eigene Gesinnung muss für die Erteilung des Auftrags gesprochen haben. Deutlich bietet er die eigene, katholische Haltung in seinem einzigen erhaltenen Selbstportrait dar: Im Mittelschiff der Arenberger Wallfahrtskirche St. Nikolaus stellt er sich bekennend als Simon von Cyrene dar. Simons (Molitors) öffentliche Entscheidung gegen die herrschende Meinung und für Christus ist signifikant: Sie bedeutete auf dem Hintergrund des Kirchenkampfes ein Bekenntnis gegen die herrschende, preußische Meinung und damit gegen die preußische Politik. Diese Haltung dürfte dem wiedererstarkenden Katholizismus Verpflichtung und Empfehlung zugleich gewesen sein.

Aufgrund des besonderen Jubiläums hatte der Auftrag für die noch junge Gemeinschaft eine große Bedeutung. Gleichzeitig durchbrach er faktisch ein bis dahin geltendes Abbildverbot: Ihre Mitglieder durften sich nicht photographieren lassen. Selbst die Gründerin nahm sich in ihrer starken Bescheidenheit nicht davon aus. Die Einzelperson sollte ganz hinter der Gemeinschaft und ihrem Werk zurücktreten.

Das 25-jährige Jubiläum der jungen, doch stetig wachsenden Gemeinschaft bot jedoch einen Anlass, welcher auch in den Augen der Schwestern besonderer Würdigung bedurfte. Das erklärt den Entschluss der damaligen Generalleitung, das Bildnis in Auftrag zu geben.
Künstler, Thema und Behandlung mussten der herausragenden Besonderheit des Auftrags entsprechen. Die Auswahl dürfte nicht ohne Ansicht bereits ausgeführter Werke des Künstlers stattgefunden haben. Die Wahl fiel auf P. Molitor. Wegen seines Hintergrundes darf sie als wohl abgewogen bezeichnet werden, was sowohl für den Auftraggeber wie auch für den Maler gilt.

Ulrich Keller


Wir sind Herrn Keller dankbar für diese sachkundige Erläuterung des Flügelaltars. Von 1876 bis 1961 war dieses tatsächliche Altarbild im sogenannten Betsaal des Mutterhauses; 1961 bis 1997 hing das Bild im Exerzitienrefektor. Seit 1997 befindet es sich an seinem jetzigen Ort in der Gedächtniskapelle.
Die Außenseiten des Flügelaltars zeigen die Verkündigung des Erzengels Gabriel an die Mutter Gottes. In der Aussage Mariens:

"Siehe, ich bin die Magd des Herrn" (Lk 1,38) fand die Gründerin unserer Ordensgemeinschaft die Anregung zur Namensgebung - Arme Dienstmägde Jesu Christ!
So sind Innen- wie Außenbilder eng mit der Ordensgerneinschaft verbunden.

In dieser kleinen Kapelle, in der Votivtafeln von dankbaren Betern aufgehängt werden und Votivkerzen entzündet werden können, hängt ein Bild von Mutter Maria Katharina.