Der Kreuz-Anhänger hat eine tiefe symbolische Bedeutung:
Unser, mein Lebensbaum, wurzelt im Kreuz, aus dem durch Christi Erlösungstat neues Leben entspringt.
Das Samenkorn ist ein Symbol für Mutter Maria Katharina, die aus der Kraft des Kreuzes die Gemeinschaft ins Leben gerufen hat und sich getragen wusste von seiner – Christi – Liebe.
So wächst im Vertrauen auf diese Kraft der Baum als Sinnbild unserer Kongregation und meines persönlichen Lebens.
Die Blätter weisen hinaus in die Welt und stehen stellvertretend für viele Länder unserer Erde, in denen ADJC für Gottes Reich wirken.
Nur in Verbindung mit dem Kreuz Jesu wird dieser Baum weiterleben.
Tod und Auferstehung in der Offenheit, in dem Hindurchsehen, machen Zukunft möglich. Das Kreuz vor der offenen „Tür“.
Zeichen für Durchgang und Neuwerden, Sicheinlassen auf Unbekanntes, vielleicht Dunkles, um daraus wieder ins Licht zu treten.
Gleichzeitig aber ist diese Offenheit Einladung: Ich lasse den Mitmenschen ein und gebe ihm teil an meinem Leben, oder aber ich komme ihm entgegen nach draußen und wirke so Begegnung.
Ursprung, Halt und Stütze aus dem Kreuz, das im Vordergrund steht – so gelingt unser Leben.
(Sr. Roswitha Ruh, Künstlerin dieses Kreuz-Zeichens)
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"Brücke der Hoffnung", April 2012, Nr.78

Im Folgenden lesen Sie Auszüge aus Artikeln der aktuellen Ausgabe.
Auf Wunsch können Sie die Zeitschrift gerne abonnieren: sr.theresia(at)dernbacher.de

 

Edotorial

Liebe Schwestern,

liebe Freunde unserer Gemeinschaft!

Lieben Sie Ihr Kreuz?

„Wer mir nachfolgen will, der nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ (…) Mit diesem Wort der Bibel hatte ich lange Zeit meine Probleme. Nicht aufgrund des Inhalts, obwohl der ja auch schon heftig ist. Nein, aber ich wehrte mich dagegen, all das, was mir schwerfiel, als Kreuz zu bezeichnen. Das konnte ich doch wohl nicht ernsthaft vergleichen mit dem Kreuz Christi, also mit dem, was er für uns ertragen und tragen musste.

Katharina Kasper scheint ein wenig ebenso zu empfinden. Aber sie ist sich auch durchaus bewusst, wie schwer Mühen, Anstrengungen, Belastungen, die einem so tagtäglich begegnen, zu tragen sein können. Sie fordert dazu auf, „mit Vertrauen Jesus nach(zu)eilen mit unserem bisschen Kreuz“ (Brief 137). „Wir wollen das Leiden Christi nicht allein betrachten, sondern in der Tat auch nachahmen und unser bisschen Kreuz gerne und willig tragen zur Ehre Gottes.“ (Brief 269) Kreuz ist es also doch, aber im Vergleich zu seinem Kreuz eben nur ein bisschen Kreuz. Und ganz oft spricht sie auch von dem „Kreuzchen“, das wir mit Seiner Hilfe tragen sollen und können. „Überall bietet sich Gelegenheit, sein Kreuzchen auf sich zu nehmen und zu tragen …“ (Brief 208)

Gut. Aber warum?
Und da kommt wieder Katharinas Realismus, ihre Bodenständigkeit raus: Sie weiß, dass das Kreuz zum Leben gehört. „Gewiss fehlt es nicht an Kreuz und Leid, und es müssen ja große Opfer gebracht werden … `Der Knecht ist doch nicht mehr als der Herr´(Mt 10,24).“ (Brief 123) Sie geht sogar noch einen Schritt weiter: „Kreuz und Leiden sind ja notwendig zur Heiligung.“ (Brief 16)

Trotzdem … es ist ja nicht immer so leicht; und gerne würde man das eigene Kreuz auch mal abschütteln oder einfach mal mit einem anderen tauschen, nicht wahr? Ich sehe Katharina mit einem Augenzwinkern vor mir. „In solchen Situationen“, sagt sie, „kommen Sie schnell mal hierher gelaufen und sehen die kleinen und großen Kreuze; dann ist Ihnen das Ihrige doch am liebsten.“ (Brief 141) ...


Jesus Christus und die Kirche -Die Kirche: wir und ich

Ein Interview mit P. Rainer Berndt SJ

In unseren Tagen stoßen sich viele Menschen an der Kirche, wenngleich es auch zahllose Gläubige gibt, die in einem unerschütterlichen Glaubensgehorsam auf die Botschaft Christi vertrauen und sie zu ihrem Lebensfundament erwählen.
Die kirchlichen Amtsträger, seien sie geweiht oder nicht, geben nicht immer das einladendste Beipiel dafür, sich der Botschaft Christi anzuschließen. Die abnehmende Zahl der aktiven Gläubigen, folglich das austrocknende Leben in den Gemeinden, der offensichtliche Rückgang der räumlichen Präsenz der Kirche in unserer Gesellschaft: auch diese Beobachtungen erleichtern es den einzelnen Christen nicht gerade, sich in ihrem jeweiligen Alltag zum Evangelium zu bekennen und sich daran zu orientieren. Schließlich verlangt auch der Glaube selbst, den zu verkündigen der Kirche aufgegeben ist, uns selbst und allen Zeitgenossen einen markanten Einsatz ab. Schlechterdings geht es beim christlichen Glauben um das Ganze, um unser je eigenes Leben. Es handelt sich nicht bloß um die Frage nach der Stellung von Religion im modernen Staat; es geht bei der Frage nach dem Verhältnis zwischen Christus und der Kirche auch nicht bloß darum, fromm bzw. religiös zu sein oder nicht. Vielmehr handelt es sich mit dieser Frage nach der Bedeutung und dem Wesen der Kirche um den einzigartigen Gott, der einer von uns geworden ist.
Die Brücke der Hoffnung hat P. Rainer Berndt SJ gebeten, Stellung zu nehmen zu einigen Fragen, die  den Zusammenhang zwischen dem einzelnen Christen und der kirchlichen Gemeinschaft betreffen. Die Fragen stellte Sr. Theresia Winkelhöfer. (...)

 


Entweltlichung

Benedikt XVI. in Deutschland und die Frage des Ordenslebens
Von  Dr. Heiner Wilmer SCJ

Vom 22. – 25. September besuchte Papst Benedikt XVI. seine deutsche Heimat. Geplant waren zahlreiche Treffen mit Politikern und Kirchenoberhäuptern, mit Vertretern orientalischer und orthodoxer Christen, mit Priestern und Laien, mit Muslimen und Juden, mit Missbrauchsopfern und Bundesverfassungsrichtern, mit Jugendlichen und Seminaristen. Auf die Zusammenkunft mit den Protestanten im Augustinerkloster in Erfurt hatten sich die Augen der verschiedenen kirchlichen Gruppen gerichtet. Dagegen war eine Begegnung mit Ordensleuten nicht vorgesehen. Hatte man ein Treffen mit den Ordensleuten in der Planung vergessen? Hatte man es nicht gewollt oder schlicht nicht für notwendig erachtet? Meines Erachtens offenbart das Fehlen einer solchen Begegnung etwas über die Kirche in Deutschland; es sagt aber auch etwas über die Ordensleute selbst. Das mag man beklagen oder nicht. Einige Themen und Ereignisse dieser Papstreise sollten gerade den Ordensleuten zu denken geben, und zwar nicht nur den Ordensleuten in Deutschland, sondern auch jenseits der Landesgrenzen. Ich will hier nur ein Thema aufgreifen, das Thema der Entweltlichung. (...)

Entdecke verborgene Weisheit

Von Dr. Peter Dyckhoff

„Die Wahrheit suche in den heiligen Büchern, nicht die Beredsamkeit. Daher soll man innige und einfache Bücher ebenso gern lesen wie hoch gelehrte und tiefsinnige. Unsere Wissbegier hindert uns oft beim Lesen heiliger Schriften, indem wir begreifen und ergründen wollen. Willst du aus den Schriften wirklich Nutzen ziehen, so lies demütig, ohne Ehrgeiz und voller Vertrauen. Befrage gern die Heiligen und lausche ihren Worten. Auch den Gleichnissen der Alten solltest du dich zuwenden, denn sie sind nicht ohne Grund überliefert.“ (Nachfolge Christi I,5)

Von Zeit zu Zeit fragte ich meinen früheren Lehrer Johannes Bours, welches Buch er mir empfehlen könne. Ich erhielt von ihm die wertvollsten Anregungen für meinen geistlichen Weg, Nahrung für die Seele, die in Folge der Überfülle von Fachliteratur einfach zu kurz gekommen war. Eines Tages jedoch nannte er mir auf meine Frage weder ein neues Buch noch gab er mir den Titel eines wichtigen, aus der Tradition stammenden Buches, wie zum Beispiel das eines Kirchenvaters. Er erzählte mir stattdessen eine wichtige Begebenheit, die ich nicht vergessen werde.

Regelmäßig traf sich Johannes Bours mit Karl Rahner und Johann Baptist Metz, die damals beide an der Universität in Münster einen Lehrstuhl besaßen. Sie stellten sich eines Tages gegenseitig die Aufgabe, bis zu ihrem nächsten Treffen zwölf geistliche Bücher zu nennen, die für ihr eigenes Leben von Bedeutung waren, und die gleichzeitig als wichtigste spirituelle Literatur des Christentums angesehen werden können. Als sie ihre Vorschläge zusammentrugen, ergab sich bis auf wenige Ausnahmen große Übereinstimmung. Bei den geistlichen Büchern, die - abgesehen von der Heiligen Schrift - genannt wurden, handelt es sich nicht um große religiöse Weltliteratur im Allgemeinen, nicht um große theologische Literatur im strengen Sinn, sondern um Bücher, die Quellen für das geistliche Leben sind. Bei aller Eingebundenheit in die Geschichte ihrer Zeit haben sie nach wie vor für diejenigen, die Zugang zu ihnen finden, eine hohe, unmittelbare geistliche Bedeutung. (...)

Was bedeutet dir Kirche?

Kirche für viele nur ein großes schönes Gebäude.
Für mich ist Kirche nicht unbedingt das Gebäude, sondern der Inhalt: Gott, Glaube, Hoffnung, Liebe, Familie, Gemeinschaft, Freude, Musik, Begegnung, Trauer, Neuanfang und Auferstehung.
Da mich die Kirche schon mein ganzes Leben begleitet, ist sie für mich jede Minute präsent.
Geführt und an die Hand genommen haben mich meine Eltern und Großeltern in ganz jungen Jahren, um die Kirche kennenzulernen. Geprägt hat mich in der Kinder- und Jugendzeit das Ehrenamt Ministrant. Auch wenn nach der Schulzeit eine weniger intensive Zeit der Kirche kam, hat mich der Glaube nie ganz losgelassen. Heute bin ich wieder in der aktiven Kirche-Zeit. Zeit die ich in die Gemeinschaft Gottes investiere, um diese intensiver zu erleben.
Mir ist es wichtig Kirche nicht nur dann zu leben, wenn ich den Gottesdienst oder ein Gotteshaus besuche. Bewusst den christlichen Alltag leben, wenn ich mit meiner Familie zusammen bin, ich arbeiten gehe oder einfach nur alltägliche Dinge erledige.
Die Kirche: den Glauben leben, lachen, sich wohlfühlen, sich offenbaren, teilen, Freude schenken, trösten, sich fallen lassen, Kraft schöpfen und vieles mehr... .
(Sandra Reutelsterz, Ötzingen)