Der Kreuz-Anhänger hat eine tiefe symbolische Bedeutung:
Unser, mein Lebensbaum, wurzelt im Kreuz, aus dem durch Christi Erlösungstat neues Leben entspringt.
Das Samenkorn ist ein Symbol für Mutter Maria Katharina, die aus der Kraft des Kreuzes die Gemeinschaft ins Leben gerufen hat und sich getragen wusste von seiner – Christi – Liebe.
So wächst im Vertrauen auf diese Kraft der Baum als Sinnbild unserer Kongregation und meines persönlichen Lebens.
Die Blätter weisen hinaus in die Welt und stehen stellvertretend für viele Länder unserer Erde, in denen ADJC für Gottes Reich wirken.
Nur in Verbindung mit dem Kreuz Jesu wird dieser Baum weiterleben.
Tod und Auferstehung in der Offenheit, in dem Hindurchsehen, machen Zukunft möglich. Das Kreuz vor der offenen „Tür“.
Zeichen für Durchgang und Neuwerden, Sicheinlassen auf Unbekanntes, vielleicht Dunkles, um daraus wieder ins Licht zu treten.
Gleichzeitig aber ist diese Offenheit Einladung: Ich lasse den Mitmenschen ein und gebe ihm teil an meinem Leben, oder aber ich komme ihm entgegen nach draußen und wirke so Begegnung.
Ursprung, Halt und Stütze aus dem Kreuz, das im Vordergrund steht – so gelingt unser Leben.
(Sr. Roswitha Ruh, Künstlerin dieses Kreuz-Zeichens)
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Geistlicher Impuls

Moment mal... "Wir aber wollen ganz beim Gebet und beim Dienst des Wortes bleiben" (Apg 6,4)

In der 1. Lesung am Sonntag vor dem Pfingstfest erinnert uns die Hl. Liturgie an den Tod des Diakons Stephanus, einem Mann, erfüllt vom Heiligen Geist. Am Beispiel der Wahl des Stephanus und der anderen Männer zu Diakonen läßt sich erkennen, auf welche Weise der heilige Geist zuweilen wirkt und in der Kirche Entscheidungen herbeiführt.
In der urchristlichen Gemeinde war das Problem entstanden, dass die Witwen der griechischen Gemeindemitglieder nicht mehr ausreichend versorgt werden konnten. Die Apostel, die offenbar bis dahin für diesen Dienst auch zuständig waren, fühlten sich überfordert: Vor lauter praktischen Aufgaben fürchteten sie, die Verkündigung des Wortes Gottes zu vernachlässigen, was sie doch als ihre ureigenste Aufgabe ansahen.

Also suchten sie für diesen praktischen „Dienst an den Tischen“ Männer mit „gutem Ruf…und voll heiligem Geist und Weisheit“ Apg 6,3.

„Wir aber wollen ganz beim Gebet und beim Dienst des Wortes bleiben“ Apg 6,3  , so die Apostel.

Man wählte sieben Männer und legte ihnen die Hände auf:
das Amt des Diakons war geschaffen.

Soweit - so gut, das Problem der schlecht versorgten Witwen war gelöst, für den Verfasser der Apostelgeschichte kein Thema mehr.

Wenig später berichtet die Apostelgeschichte vom Wirken der Diakone Stephanus und Philippus.
Von Stephanus wird erzählt,
wie er „voll Gnade und Kraft“ Apg 6,8 
öffentlich auftritt,
wie er vor dem Hohen Rat
mutig für Christus eintritt
und die größte Rede
in der ganzen Apostelgeschichte hält    Apg 7,1-53.

Das war keineswegs der einfache Tischdiener,                       
den die Apostel hatten wählen wollen,
das war mindestens
einer von ihrem eigenen Kaliber,
in Wortgewalt und geistlicher Kompetenz   
durchaus einem Petrus vergleichbar.



Vom Diakon Philippus wird ausführlich berichtet, dass er mit der Mission in Samaria
begonnen hat Apg 8,5-13 , und wie er einem hohen äthiopischen Hofbeamten
das Wort Gottes ausgelegt und ihn schließlich getauft hat      Apg 8,26-40,

Auch dies werden die Apostel bei der Wahl wohl kaum in die Stellenbeschreibung für einen „Tischdiener“, für einen Diakon hineingeschrieben haben…

Was will der Gottesgeist damit sagen?

Wie den Aposteln so könnte es auch heute ihren Nachfolgern ergehen,
dass ihre teils ablehnenden, teils halbherzigen Erklärungen zum Frauendiakonat vielleicht doch nicht den „Vorstellungen und Absichten“ des Heiligen Geistes entsprechen, und dass am Ende etwas anderes herauskommt als sie sich vorgestellt hatten.

Wäre nicht eher zu bedenken, was Wilhelm Stählin über den Heiligen Geist schreibt:

„Wir sollten nicht allzu selbstverständlich darum bitten, dass der heilige Geist bei uns einkehren möge, weil der heilige Geist da, wo er einkehrt und Wohnung nimmt, nicht nur seine ‚Gaben‘ mitbringt, sondern zugleich ein in hohem Maß unbequemer, ja störender Gast ist…
Der gleiche heilige Geist, den wir, mit Recht, inbrünstig erbitten, ist zugleich die unheimliche Störung aller persönlichen und erst recht aller kirchlichen Selbstsicherheit; er ist der Angriff Gottes auf unsere Unlebendigkeit und Selbstgenügsamkeit; er hat keinen Respekt vor aller verfestigten Institution, vor äußerer Ordnung, wenn sie zum Selbstzweck geworden ist…
Wer an den heiligen Geist als die schöpferische Aktivität Gottes glaubt und in diesem Glauben um das Kommen dieses Geistes bittet, der muss wissen,…
dass Gott ihn stört in seinem ‚Besitz‘, in seinen Gewohnheiten, auch in seinen Denkgewohnheiten, wenn sie nicht mehr dafür taugen, ein Gefäß der heilsamen Unruhe und der aufregenden Wahrheit zu sein. Wer also bittet: ‘Komm, heiliger Geist‘ muss auch bereit sein zu bitten: ‚Komm und störe mich, wo ich gestört werden muss.“

 

Winfried Gramich


Komm zur Ruhe....
...zieh die Schuhe der Bereitschaft an....
...gehe Deinen Weg.... Foto:Kloster/Gurian