Der Kreuz-Anhänger hat eine tiefe symbolische Bedeutung:
Unser, mein Lebensbaum, wurzelt im Kreuz, aus dem durch Christi Erlösungstat neues Leben entspringt.
Das Samenkorn ist ein Symbol für Mutter Maria Katharina, die aus der Kraft des Kreuzes die Gemeinschaft ins Leben gerufen hat und sich getragen wusste von seiner – Christi – Liebe.
So wächst im Vertrauen auf diese Kraft der Baum als Sinnbild unserer Kongregation und meines persönlichen Lebens.
Die Blätter weisen hinaus in die Welt und stehen stellvertretend für viele Länder unserer Erde, in denen ADJC für Gottes Reich wirken.
Nur in Verbindung mit dem Kreuz Jesu wird dieser Baum weiterleben.
Tod und Auferstehung in der Offenheit, in dem Hindurchsehen, machen Zukunft möglich. Das Kreuz vor der offenen „Tür“.
Zeichen für Durchgang und Neuwerden, Sicheinlassen auf Unbekanntes, vielleicht Dunkles, um daraus wieder ins Licht zu treten.
Gleichzeitig aber ist diese Offenheit Einladung: Ich lasse den Mitmenschen ein und gebe ihm teil an meinem Leben, oder aber ich komme ihm entgegen nach draußen und wirke so Begegnung.
Ursprung, Halt und Stütze aus dem Kreuz, das im Vordergrund steht – so gelingt unser Leben.
(Sr. Roswitha Ruh, Künstlerin dieses Kreuz-Zeichens)
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Schicksal der Klostergebäude nach 1803
Alle diese weltlichen Güter gingen der Kirche und dem Orden 1803 verloren. Der Besitz florierte allerdings in fremden Händen nicht; wenigstens für das eigentliche Kloster ist das deutlich erkennbar. So entstand die Legende, die letzte Äbtissin habe bei der Vertreibung aus dem Kloster einen Fluch auf das Kloster gelegt – bis Schwester Jutta wiederkomme. Die Erinnerung an die Gründungszeit, die bedeutende Äbtissin Jutta von Dorndorf wurde so noch einmal erinnert. Es war wohl eher eine Prophezeiung als ein Fluch. Jedenfalls rechneten die Leute in der Umgebung nicht damit, dass eine Unternehmung im Kloster Fuß fassen könne. Bis 1825 war das Gebäude ein Armenasyl. Die Gebäude zerfielen; die Obdachlosen kamen zwar, aber die von den Schwestern über die Jahrhunderte immer aufrecht erhaltene Armenspeisung fand nicht mehr statt.

Von 1825 war Tiefenthal nacheinander Knochen- und Lumpenmühle, Papierfabrik, Tanzlokal und Kelterhaus. 1865 wurde eine Bäckerei samt Mühle eröffnet, aber schon nach drei Jahren machte auch der neue Besitzer Bankrott. Schließlich kaufte ein englischer Baron das zerfallene Anwesen. Es war der Freiherr John von Sutton, der als Erneuerer und Stifter der Choralschule in Kiedrich in der Erinnerung der Menschen noch fortlebt. Er hoffte, hier – wie in Brügge/Belgien – ein Priesterseminar einrichten zu können. Dazu bot er das Anwesen dem Papst an, der in diesem Zusammenhang ausdrücklich den Fluch wegnahm, der auf dem ehemaligen Kloster zu liegen schien. Er wies das Angebot jedoch zurück, so dass der ehrgeizige Plan für die Erneuerung der Kirche im Rheingau nicht zur Ausführung kam. Statt dessen kaufte eine irische Adelige, Mrs. Anna Maria Grainger aus der Grafschaft Meath, im Jahr 1881 das Kloster Tiefenthal. Sie hatte Verbindungen zum englischen Klerus durch ihren Bruder, Monsignore Paul Grainger, Pfarrer in Exmouth.
Mrs. Grainger ließ große bauliche Veränderungen vornehmen. Insbesondere der Bau an der Schlangenbader Straße – die sie dazu verlegen ließ – wurde im Stil eines englischen Herrenhauses vergrößert und erneuert.
Tiefenthal hatte nun zwar wieder eine Besitzerin, aber es war ein sehr reduzierter Besitz. Die vielen Stadtgrundstücke, die im 19. Jahrhundert wirklichen Reichtum darstellten, Weinberge und Wälder, das gehörte nicht mehr zum ehemaligen Kloster. Deshalb mussten für die Bauten Darlehen und Hypotheken aufgenommen werden, die auf über eine Generation lang eine schwere Last darstellten.

Tiefenthaler Madonna, heute im Landesmuseum Wiesbaden