Der Kreuz-Anhänger hat eine tiefe symbolische Bedeutung:
Unser, mein Lebensbaum, wurzelt im Kreuz, aus dem durch Christi Erlösungstat neues Leben entspringt.
Das Samenkorn ist ein Symbol für Mutter Maria Katharina, die aus der Kraft des Kreuzes die Gemeinschaft ins Leben gerufen hat und sich getragen wusste von seiner – Christi – Liebe.
So wächst im Vertrauen auf diese Kraft der Baum als Sinnbild unserer Kongregation und meines persönlichen Lebens.
Die Blätter weisen hinaus in die Welt und stehen stellvertretend für viele Länder unserer Erde, in denen ADJC für Gottes Reich wirken.
Nur in Verbindung mit dem Kreuz Jesu wird dieser Baum weiterleben.
Tod und Auferstehung in der Offenheit, in dem Hindurchsehen, machen Zukunft möglich. Das Kreuz vor der offenen „Tür“.
Zeichen für Durchgang und Neuwerden, Sicheinlassen auf Unbekanntes, vielleicht Dunkles, um daraus wieder ins Licht zu treten.
Gleichzeitig aber ist diese Offenheit Einladung: Ich lasse den Mitmenschen ein und gebe ihm teil an meinem Leben, oder aber ich komme ihm entgegen nach draußen und wirke so Begegnung.
Ursprung, Halt und Stütze aus dem Kreuz, das im Vordergrund steht – so gelingt unser Leben.
(Sr. Roswitha Ruh, Künstlerin dieses Kreuz-Zeichens)
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Fatima Kapelle


Das Kloster lebt weiter
Am 22. August 1946 wurde das Kloster überraschend dem Mutterhaus zurückgegeben. Der Anblick war erschreckend für alle: eine leere Ruine, ausgebrannt, zerstört.
Ohne lange zu zögern, begannen die Schwestern mit der Aufräumungsarbeit. Allein 12 cbm Schutt waren zum Auffüllen eines einzigen Bombentrichters notwendig. Treue Helfer und Helferinnen, die schon vorher zum Kloster gestanden hatten, stellten sich ein. Gemeinsam ging es an die Arbeit. Schwierigkeiten bereitete die Beschaffung von Baumaterial, war doch auch gegen Geld nichts zu bekommen. So zog sich der Wiederaufbau über Jahre hin.
Erneut wurde aufgebaut: ein Altenheim, eine Haushaltungsschule, Räume für Exerzitien und Erholung der Schwestern.  Die Wiese im Walluftal gehörte den Schwestern, neben einem weitläufigen Obst- und Gemüsegarten. Eine Flüchtlingsfamilie fand Arbeit und Wohnung und sorgte für Vieh und Felder.
1952 wurde Tiefenthal Provinzhaus für eine der damals drei deutschen Provinzen. Die Niederlassungen im Rhein-Main-Gebiet, Hunsrück und Saarland wurden zu dieser Provinz gezählt. Zeitweise lebten um die 50 Schwestern hier.
Und wieder veränderten sich die Einsatzbereiche. Die Änderungen in den Heimgesetzen ließen um 1990 die Führung eines kleinen Altenheimes (13 Plätze) nicht mehr zu. Etwa um die gleiche Zeit mußte die Haushaltungsschule aufgegeben werden, da sie keinen staatlich anerkannten Abschluss hatte. Es waren neue Schulzweige entwickelt worden, die den Mädchen bessere Chancen der Ausbildung boten, mit Pflegevorschule und Berufsfachschule. 1982 wurde auch das Provinzhaus in Tiefenthal aufgegeben aufgrund der Zusammenlegung der deutschen Provinzen.


Bildungshaus Kloster Tiefenthal
Seit 1990 ist Tiefenthal Bildungshaus. Die Schwestern entwickelten ein Angebot für die über 3000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den über 50 caritativen und pädagogischen Einrichtungen in Ordensträgerschaft. Exerzitien, Einkehrtage, auch Seminare zur beruflichen Fortbildung wurden hier angeboten und gerne genutzt. Für die Sommermonate stand das Haus den Schwestern als Erholungshaus zur Verfügung. Schwestern vieler Gemeinschaften, aus Steyl, aus dem Ruhrgebiet, auch Missionarinnen im Deutschlandurlaub, kamen gerne nach hier.
Etwa zehn Jahre hindurch wirkte Schwester Christel hier, die eine Ausbildung als Tanzleiterin machte und Tanztage und Wochenenden, Einführung in den liturgischen Tanz und Tanz als Gebet anbot. Das wurde sehr gerne angenommen.

Heute steht das Angebot geistlicher Begleitung und der Exerzitien, sowohl einzeln wie in Gruppen, im Vordergrund. Arbeit mit der Bibel, Meditation, Einführung ins Gebet sind die Aufgaben, die die Schwestern sich gestellt haben. Zu den großen Festzeiten des Kirchenjahres, Advent, Weihnachten und Jahreswechsel und Kartage bis Ostern laden wir Menschen ein, die mit uns den Sinn dieser Tage erfahren, Gottesdienste vorbereiten und mit uns feiern wollen. Auch Familienferien werden angeboten - sicher eine Notwendigkeit in unserer Zeit, die für Familien mit Kindern nicht so viele Angebote macht.

Das Bildungshaus hat inzwischen 64 Plätze, meist in Einzelzimmern. Es ist ein einfaches Haus, die meisten Zimmer haben keine eigene Naßzelle. Dafür sind die Preise erschwinglich, und die Atmosphäre freundlich und gut. Der schöne Park trägt auch dazu bei, dass Menschen hier Ruhe und Erholung finden können.

Neben den eigenen Angeboten steht das Bildungshaus Gruppen zur Verfügung, die ihre eigenen Referenten mitbringen. Da kommen Pfarrgemeinderäte und Pastoralteams, Priestergruppen und Diakone zu Fortbildung und Einkehrtagen, Schwestern zu Kapiteln und Treffen, aber auch die Justizreferendare aus Hessen, Bürgerinitiativen, Lehrplangestalter aus dem Kultusministerium, Eutonie- und Yogagruppen, Bibelschule, Fastenkurse und vielerlei Einzelgäste. Wir führen ein Nichtraucherhaus, das wird gerne angenommen.

Bildungshaus
Meditationsraum
Gruppenraum
Speiseraum


Ein kleiner Schwesternkonvent lebt, betet und arbeitet im Bildungshaus.
Geistliches Leben seit vielen hundert Jahren am gleichen Ort, in wechselnder Form, aber lebendig in dieser unserer Welt, die Orte der Stille und der Einkehr braucht, als Ermutigung und als Hilfe auf dem Weg durch diese unsere Zeit.

Schwester Christeta Hess ADJC

Kapelle