Das ehemalige Kloster als Sitz adeliger Damen
Zunächst aber schien von etwa 1890 an Kloster Tiefenthal wieder bewohnt und gewertet, von Mrs. und Miss Grainger, mit ihrer zahlreichen Dienerschaft. Doch die beiden Damen waren kränklich, und insbesondere zur Pflege der Mutter wurde es bald nötig, fachliche Hilfe zu finden. Pfr. Thewaldt von Schlangenbad empfahl den Damen die Ambulanzschwestern aus Eltville, Arme Dienstmägde Jesu Christi, insbesondere Schwester Jutta. Mit ihrem Eintreten in Tiefenthal schien die traurige Prophezeiung der vertriebenen Äbtissin Constantia Geissler von 1803 endlich erfüllt, dass dem Haus erst wieder Segen zukomme, wenn Schwester Jutta zurückkehre.
Nach dem Tod von Mrs. Grainger brauchte auch Miss Philomina Grainger Hilfe und Pflege, da sie wie die Mutter an Schwindsucht litt. Nach Verhandlungen mit der Gründerin der Dernbacher Gemeinschaft, Mutter Maria Katharina, wurde am 23. April 1898, wenige Wochen nach deren Tod, in Tiefenthal eine neue Niederlassung der ADJC eröffnet.
In ihrem Testament bestimmte Miss Philomina Grainger, dass die Schwestern nach ihrem Tod das Kloster – mit allem Besitz und allen Schulden, insbesondere den Verpflichtungen gegenüber der Dienerschaft – übernehmen sollten. So geschah es auch.





