Arme Dienstmägde Jesu Christi

Der Mensch steht im Zentrum unseres Tuns

Es ist unsere Pflicht, jedem zu helfen

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Arme Dienstmägde Jesu Christi

Der Mensch steht im Zentrum unseres Tuns

Es ist unsere Pflicht, jedem zu helfen

Aloysia Löwenfels Haus

Arme Dienstmägde Jesu Christi

Der Mensch steht im Zentrum unseres Tuns

Es ist unsere Pflicht, jedem zu helfen

Heilbornkapelle

Arme Dienstmägde Jesu Christi

Der Mensch steht im Zentrum unseres Tuns

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Katharinas Spuren

Arme Dienstmägde Jesu Christi

Der Mensch steht im Zentrum unseres Tuns

Es ist unsere Pflicht, jedem zu helfen

Unser Mutterhaus

Goldenes und diamantenes Ordensjubiläum

12. Juni 2017

Am 24.05.2017 feierten unsere Schwestern in einem feierlichen Gottesdienst ihr goldenes und diamantenes Ordensjubiläum.

 

 

Predigt:

Liebe Jubilarinnen, lieber Schwestern, liebe Mitchristen,

Es sind in meinen Augen zwei Säulen, die das tragfähigste Fundament für ein geglücktes und zufriedenes Leben sind:

1.    der Glaube an Gott und die Liebe zu ihm und

2.    die Liebe zu den Menschen, zum Mitmenschen.

 

Die Liebe zu Gott und der Liebe zum Mitmenschen: Sind das nicht auch die wichtigsten Motivationen für unser Tun –  als Christ, als Christin, als Ordensfrau, als Priester? Oder die grundlegenden Fundamente für jede christliche Aktivität!

Etwas geht dem aber voraus: die grenzenlose Liebe Gottes zu uns Menschen, die uns vorbehaltlos annimmt, so, wie wir sind. Die Botschaft: „Ihr seid von Gott geliebt, seid seine auserwählten Heiligen“, wie wir sie vorhin im Brief des Apostels Paulus an die Kolosser gehört haben. Für mich die wichtigste Botschaft unseres christlichen Glaubens.  

Die Liebe des Menschen zu Gott ist dann unsere Antwort auf seine Liebe zu uns. Die Liebe des Menschen zu Gott ist die Konsequenz, wenn der Mensch sich bewusst macht, dass er nicht sich selbst alles zu verdanken hat, sondern dass GOTT der Geber aller Gaben, alles Guten ist, dass wir ihm alles zu verdanken haben.

Und dann die Liebe zum Nächsten: Wer einen anderen Menschen liebt, schenkt ihm das, was Gott diesem Menschen schenken will. Wer einem anderen Menschen die Liebe verweigert, verweigert ihm das, was Gott diesem Menschen schenken will.

In seinem Buch „Weisheit für die Seele – Gute Gedanken für alle Tage“ schreibt Peter Dyckhoff folgende Sätze, die mich sehr ansprechen:

„Der Hunger der Seele wird nicht gestillt durch viele Worte.

Letztlich werden wir nicht gefragt, was und wie viel wir gelesen haben,

sondern wie wir geliebt haben und was wir getan haben,

wir werden nicht danach gefragt, wie schön wir geredet haben,

sondern danach, ob durch uns mehr Liebe in die Welt gekommen ist.“

Beides haben Sie, liebe Jubilarinnen, in Ihrem bisherigen Ordensleben zu verwirklichen versucht: die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten. Und das in den verschiedensten Aufgaben. Als Erzieherinnen, Lehrerinnen, Hausschwestern, Krankenschwestern, Altenpflegerinnen oder Leiterinnen eines Altenheimes, in der Verwaltung, in der Seelsorge und im pastoralen Dienst oder als Missionarinnen in Übersee.

Heute wollen wir miteinander danken.

Dank gebührt zuerst Gott, der Sie, liebe Jubilarinnen berufen hat. Dank für die Gnade der Berufung!

Dank aber auch Ihnen, dass Sie dem Ruf Gottes Gehör geschenkt haben, dass Sie dem Ruf gefolgt sind, dass Sie sich auf Gott eingelassen haben, dass Sie es gewagt haben, seinen Weg zu gehen und 70, 65, 60 und 50 Jahre Ihrem Versprechen treu geblieben sind.  Ja, Dank für Ihr Zeugnis der Treue!

Sicher gab es in diesen Jahrzehnten auch Durststrecken, gab es vielleicht auch Phasen, in denen Sie an Ihrer Entscheidung zweifelten und sich gefragt haben, ob es der richtige Weg ist. Auch für gläubige Menschen läuft ja nicht immer alles glatt. Manches kommt anders als erwartet.

Es gibt auf unserem Lebensweg steinige und steile Strecken. Es gibt Fragen und Zweifel. Nicht selten werden wir auch von anderen in Frage gestellt.

Sie haben Ihre Kraft zum Weitergehen immer wieder in der Liebe zu Gott und zu den Menschen gefunden. Und Sie haben in Ihrem Dienst sicherlich auch die Zuwendung und Liebe guter Menschen erfahren, wo und wie immer Sie ihnen gedient haben. Ihr sozialer, caritativer und seelsorglicher Dienst oder der Dienst für Ihre Ordensgemeinschaft macht die Liebe zu Christus sichtbar, der sich ja besonders der Kleinen, Armen, Schwachen und Bedrängten angenommen hat. Er hat den Menschen seine Nähe, sein Heil und seinen Segen geschenkt. Vieles, was Sie, liebe Jubilarinnen, in den vielen Jahren an Samen ausgesägt haben, hat sicherlich seine Frucht gebracht, auch wenn Sie das manchmal nicht direkt gesehen haben. Manches Samenkorn geht erst sehr viel später auf.

Es sind unzählige Menschen, denen Sie in den 70, 65, 60 und 50 Jahren Weggefährtinnen sein konnten und helfen und beigestanden haben. Wie viele mögen Sie aufgerichtet und getröstet haben. Sicherlich wird Ihnen nicht alles gelungen sein; wir Menschen machen Fehler. Es wird auch Situationen gegeben haben, wo Sie andere Menschen verletzt haben. Auch das dürfen wir an einem Tag wie heute vor Gott tragen. Auch Spannungen und Konflikte wird es gegeben haben. Auch als Ordensfrau ist und bleibt man ja Mensch. Und wo Menschen zusammenleben, da menschelt es bekanntlich. Das soll auch in Ordensgemeinschaften vorkommen.

Kraft haben Sie sich immer geholt im Gebet. Die Regel des hl. Benedikt „Bete und arbeite“ gilt eigentlich für alle Ordensgemeinschaften und für jeden Christen. Denn was wäre das für ein Zeugnis, wenn wir und abrackern, einsetzen und alles Mögliche organisieren, uns aber nicht die Kraft im Gebet und der Feier der Eucharistie holen würden, wie Jesus es uns aufgetragen hat?

Frere Roger Schutz, der Gründer der Gemeinschaft von Taizé, hat einem seiner Bücher den Titel gegeben: „Kampf und Kontemplation“. Während wahrscheinlich am alltäglichen Leben der Kampf oder sagen wie der Einsatz die meiste Zeit in Anspruch nimmt, haben Sie im Alter die Möglichkeit, sich mehr der Kontemplation zu widmen, können Vieles aus Ihrem bisherigen Leben noch einmal in Ruhe bedenken und vor Gott reflektieren. Und heute – im Alter – ist für Sie das Gebet, auch das stellvertretende Gebet, das Haupt-Apostalat in Ihrem Ordensalltag.

Liebe Jubilarinnen, liebe Schwestern und Brüder!

Wir feiern das Fest „Maria, Hilfe der Christen“. Viele Gläubige haben großes Vertrauen in Maria. Vor ihren Bildern zünden sie gerne Kerzen an, schmücken sie mit Blumen und beten davor. Millionen pilgern jährlich an die großen Wallfahrtsorte. Verschiedenste Anliegen tragen sie vor die Marienbilder und hoffen, dass Maria helfen wird. „Maria hat geholfen“ – solche und ähnliche Sätze sind auf den zahlreichen Votivtafeln zu lesen. Woher kommt dieses Vertrauen? Ein kleines Gebet ist eines der Antworten:

 

         „Königin des Himmels, du weißt, was wir brauchen,

          und bittest Christus um alles, was uns nottut.

          In jeder Not können wir voll Vertrauen zu dir kommen.“

 

„Du weißt, was uns nottut.“ Wir fühlen uns von Maria verstanden. Sie ist für uns VORBILD IM GLAUBEN. Ihr Glaube war jedoch kein fester Besitz. Sie wusste am Anfang noch nicht, wozu sie Ja gesagt hatte. Sie musste ihren Glauben in vielen Dunkelheiten bekräftigen. Sie hat vieles nicht verstanden oder nicht gleich verstanden, was Gott über sie kommen ließ:

die Geburt des Kindes unterwegs unter ärmlichsten Verhätlnissen;

die Flucht in ein fernes Land, den Weg ihres Sohnes, bei dem sie sicherlich manche Fragezeichen hatte, auf die sie keine Antwort wusste.

Sie hat unter furchtbaren Umständen ihren Sohn verloren

Maria hat alle Dunkelheiten, die der Glaube einem Menschen abverlangen kann, ausgehalten. Ihr Glaube musste sich wahrlich bewähren. Es war ein Glaube durch Nacht und Nebel hindurch. Aber sie ist diesen Weg in treuem Glauben gegangen. Darin ist sie die Große, die Mutter der Glaubenden, Vorbild und Hilfe der Glaubenden.

Und deshalb dürfen wir darauf vertrauen, dass Maria ein Ohr für uns hat, weil sie mitfühlen kann, weil sie uns versteht. Und wir vertrauen darauf, dass sie nicht nur mitfühlen, sondern auch helfen kann. Deshalb rufen wir sie an als unsere Fürsprecherin bei ihrem Sohn.

Als ich mir vor längerer Zeit Gedanken gemacht habe, welches Thema ich in diesem Jahr in meiner Predigt zu diesem Festtag aufgreifen könnte, kam mir der Gedanke vom „Guten Hirten“, dem wir als seine Schafe folgten. Dann kam von Schwester Simone die Nachricht, dass der Dankgottesdienst am Fest „Maria, Hilfe der Christen“ gefeiert würde. Und ich dachte sofort: „Was mache ich jetzt mit dem Guten Hirten?“ Und Schwester Simone schrieb mir: „Warum nicht Maria als gute Hirtin?“ Ehrlich gesagt wäre ich von selbst nicht auf dieses Bild gekommen. Aber in der Tat befindet sich im Generalat des Mutterhauses eine Holzplastik aus dem Ende des 19. Jahrhunderts, die Maria mit dem Jesuskind auf dem Schoß mit einem Hirtenstab zeigt und daneben die Schafe. Schwester Simone hat dazu ein Gebet geschrieben, mit dem ich meine heutigen Gedanken schließen möchte. Sie hat es mir nicht aufgetragen und ich habe sie nicht gefragt, aber ich denke, es hat einen guten Platz an dieser Stelle:

MARIA MIT DEM HIRTENSTAB,

Du sitzt

Und schaust

in der Ruhe derer, die in sich ruhn.

 

Maria mit dem Hirtenstab.

Gute Hirtin der Dir Anvertrauten.

Wende Deinen Blick uns zu.

Sieh die Not so vieler.

Sieh den Schmerz derer, die Leid tragen.

Sieh und tröste!

Stärke durch Deine Nähe, die auf Dich schauen,

die zu Dir rufen.

 

Maria mit dem Hirtenstab.

Führe uns dem Göttlichen Hirten zu,

der Dich – ja alle und alles –

in sich birgt,

in der Liebe, die er ist.

Amen

Bild von Gute Hirtin